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United States Army
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Die United States Army (im Deutschen Ăźblicherweise abgekĂźrzt als US Army, im Englischen auch U.S. Army) ist das Heer der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und der grĂśĂte der achtcite-ref-3[3] uniformierten Dienste der Vereinigten Staaten. Sie wurde im Jahre 1775 während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges aufgestellt und trug maĂgeblich zur Entstehung der Vereinigten Staaten bei. Der Auftrag der Army, wie sie im offiziellen Sprachgebrauch genannt wird, ist die Wahrung US-amerikanischer Interessen im Ausland, aber auch die militärische Verteidigung der Vereinigten Staaten gegenĂźber anderen Staaten. Dazu unterhält sie StĂźtzpunkte in der ganzen Welt.
Die Army verfßgte im September 2020 ßber 480.893 aktive Soldaten.cite-ref-1-4-0[4] Dazu hat die Army National Guard 336.129 und die Army Reserve 188.703 Soldaten.cite-ref-1-4-1[4] Bei Einbeziehung der beiden Reserveinstanzen hatte die Army im September 2020 eine Stärke von 1.005.725 Soldaten. Zusätzlich verfßgte sie im September 2020 ßber 252.747 zivile Mitarbeiter.cite-ref-1-4-2[4] In der Personalstärke ßbertroffen wird die U.S. Army vom Heer der Volksrepublik China, dem Indischen Heer sowie dem Heer Nordkoreas.
Die U.S. Army war an allen groĂen Kriegen des 20. Jahrhunderts sowie an Dutzenden Interventionen der Vereinigten Staaten beteiligt. Seit dem Zweiten Weltkrieg gilt sie als das bestausgerĂźstete und mobilste Heer der Welt. Der Begriff United States Army wird häufig ungenau als âUS-Armeeâ ins Deutsche Ăźbersetzt. Tatsächlich umfasst er nur die Teilstreitkraft Heer, während unter der Armee eines Landes in der deutschen Sprache in aller Regel die Gesamtheit der Streitkräfte verstanden wird. In den Vereinigten Staaten kĂśnnen mit dem Begriff Army zusätzlich die beiden Reservekomponenten Bundesreserve (United States Army Reserve) und Nationalgarde (genauer die Army National Guard) gemeint sein. Dieser Artikel beschränkt sich auf das Berufsheer, die Regular Army.
Contents
⢠Geschichte
⢠19. Jahrhundert
⢠20. Jahrhundert
⢠21. Jahrhundert
⢠Kriegsverbrechen
⢠Budget
⢠Organisation
⢠Komponenten
⢠Truppenstärke
⢠Rekrutierung
⢠Ausbildung
⢠Ausrßstung
⢠Uniform
⢠Fahrzeuge
⢠Fluggerät
⢠Demografie
⢠Medienwirkung
⢠Film
⢠Fernsehen
⢠Computerspiele
⢠Internet
⢠Traditionen
⢠Vereidigung
⢠Hymne
⢠Flagge
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Geschichte
â
Hauptartikel
:
Geschichte der United States Army
und
Militärgeschichte der Vereinigten Staaten
Vorgeschichte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts
Die militärische Neuzeit auf nordamerikanischem Territorium begann mit der Ankunft der ersten Siedler im frßhen 17. Jahrhundert. Gemäà ihrer Herkunft orientierten sich die Bewaffneten unter den Siedlern an britischen Militärtraditionen, mussten sie jedoch an neue Bedingungen anpassen, wie die geringe Besiedlung und das spontane Vorgehen der Indianer. Vor dem Hintergrund wiederkehrender Auseinandersetzung mit den Indianern glichen sich die Taktiken der beiden BevÜlkerungsgruppen aneinander an, wobei die Siedler aus einer stärkeren militärischen Tradition aus Europa schÜpften. Später gingen die Siedler dazu ßber, sich kollektiv zu verteidigen, indem sie entlang der durch die Besiedlung konsolidierten Grenzen Forts errichteten.
Das Milizsystem, das sich im britischen Mutterland nach der gewaltsamen inneren Konsolidierung durch Oliver Cromwell und die Zuwendung zur europäischen Prestigepolitik als zunehmend untauglich erwiesen hatte, erfuhr in Nordamerika eine Renaissance. Dies lag daran, dass es durch seine lockere Organisation und seinem Ursprung im britischen Ritterwesen in Verbindung mit den neuen Taktiken individuellen Einsatz und individuelle Verantwortung betonte. 1747 grĂźndete die Britische Krone die erste stehende Einheit auf nordamerikanischem Boden, wobei diese His Majestyâs First Independent Company of American Rangers ausschlieĂlich aus Männern aus den Kolonien bestand.cite-ref-5[5] Einer ihrer Hauptleute war Robert Rogers. Aus ihren Einsätzen lernte diese Einheit schnell von den Franzosen und von den Taktiken der Indianer, wie zum Beispiel den Hinterhalt oder den Kampf im Wald, die zuvor nicht gebräuchlich waren. Sie waren in ihrer Heimat im Krieg gegen die Franzosen eingesetzt.
Aufstellung
Am 14. Juni 1775, nach Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges, hob der Kontinentalkongress zehn Kompanien fĂźr Operationen zu Lande auscite-ref-6[6] und ernannte George Washington zum Oberbefehlshaber der âKontinentalarmeeâ, die fĂźr die bisher unorganisierten Milizen und Freiwilligen eine Kommandostruktur bieten sollte. Sie war zu diesem Zweck in sechs regionale Departements eingeteilt. Der Kontinentalarmee stand ein erfahrenes, gut organisiertes und ausgerĂźstetes Kontingent der britischen Krone mit UnterstĂźtzung hessischer SĂśldner gegenĂźber. Den fĂźr die Unabhängigkeit kämpfenden Kräften gelang es, so lange einen vernichtenden Schlag der kĂśniglichen Truppen zu vermeiden, bis nach und nach die diplomatisch gewonnene UnterstĂźtzung griff. Der ehemalige preuĂische Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben verbesserte Organisation und Ausbildung der Kolonistentruppen, während der Franzose Pierre Augustin Caron de Beaumarchais die Bewaffnung entscheidend verbesserte.
Derart verstärkt begegnete die Kontinentalarmee den Briten zunehmend in offener Feldschlacht. Deren Position verschlechterte sich durch Versorgungsschwierigkeiten und die Zerstreuung der Truppen in der Region zunehmend, sodass sie den Krieg verloren. Bis zur endgßltigen Abwehr der Briten starben 4000 Soldaten der Kontinentalarmee. Thomas Jefferson grßndete 1802 in West Point, New York, die United States Military Academy. Sie war in den Vereinigten Staaten die erste ihrer Art und wurde auf einem der strategisch wichtigsten Vorposten des Krieges errichtet. Die US Military Academy brachte viele militärische und politische FßhrungspersÜnlichkeiten in jeder historischen Epoche des Landes hervor, unter anderem Ulysses S. Grant und Dwight D. Eisenhower.
AusfĂźhrung der US-amerikanischen Indianerpolitik
Anfang 1790 wurde General Arthur St. Clair mit der Landgewinnung im Gebiet der heutigen US-Bundesstaaten Indiana und Ohio und damit mit der systematischen Vertreibung der dortigen Indianer beauftragt. Dies dauerte fßnf Jahre, da St. Clair zusätzlich Befestigungen und eine bleibende militärische Infrastruktur aufbaute. Insgesamt vertrieb die Army noch bis 1891 Indianer aus ihren Siedlungsgebieten. Im Gegensatz dazu leitet die US Army Teile ihrer Tradition von den Indianern ab, wie zum Beispiel die Namensgebung ihrer Hubschrauber.
19. Jahrhundert
Britisch-Amerikanischer Krieg von 1812
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Hauptartikel
:
Britisch-Amerikanischer Krieg
Im Nachgang des Unabhängigkeitskrieges nutzte GroĂbritannien seine Seemacht dazu, der jungen amerikanischen Nation ihre Verwundbarkeit zur See zu demonstrieren. Während der Napoleonischen Kriege zwischen GroĂbritannien und Frankreich wurden auch die Seerechte der neutralen USA verletzt. Die Royal Navy brachte amerikanische Schiffe auf, zwangsrekrutierte amerikanische Seeleute und blockierte neutrale Seehäfen, um den Handel mit Frankreich zu unterbinden. Diese Ereignisse nahm der damalige Präsident James Madison am 18. Juni 1812 zum Anlass, GroĂbritannien den Krieg zu erklären, mit dem Ziel, den Osten Kanadas zu erobern. Ebenso wie die Marine war auch das Heer dem britischen GegenĂźber unterlegen, spekulierte jedoch auf den Ăberraschungseffekt, die Ortskenntnis und den stärkeren politischen Willen.
Die meisten Kämpfe zwischen den Streitkräften beider Nationen fanden an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und dem heutigen Kanada sowie in der Gegend der Chesapeake Bay statt. Es gelang den zunächst desorganisierten und schlecht ausgerßsteten Amerikanern jedoch nicht, einen entscheidenden Sieg ßber die Briten zu erringen, obwohl das Heer sich im Laufe des Krieges professionalisierte. Zum ersten Mal spielten Artillerieeinheiten der Army eine gewichtige Rolle in den Schlachten. Die Amerikaner erreichten somit nicht ihr Ziel, die ihnen mittlerweile verhassten Briten endgßltig aus Nordamerika zu verdrängen. Die von den Briten geplante Eroberung von Baltimore und New Orleans (letztere mit Hilfe der Franzosen) konnten sie verhindern. Da sie einen weitaus massiveren Einsatz der Briten in Nordamerika befßrchteten, stimmten sie dem Frieden von Gent zu.
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
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Hauptartikel
:
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
Bis zu den 1840ern war die Army eine kleine und dennoch schlagkräftige Bodenstreitkraft geworden. In dieser Zeit machten die Vereinigten Staaten Gebietsansprßche gegenßber Mexiko geltend, nachdem sie Texas 1845 in die Union aufgenommen hatten, welches sich 1836 fßr unabhängig erklärt hatte. In der militärischen Auseinandersetzung mit dem sßdlichen Nachbarn, die von 1846 bis 1848 andauerte, eroberte die Army nicht nur die restlichen Gebiete von Texas, sondern auch die Region der heutigen US-Bundesstaaten Arizona, Kalifornien, Nevada, Utah sowie Teile von Colorado, New Mexico und Wyoming.
Es war der erste Einsatz des Heeres, der Ăźberwiegend auf fremdem Territorium stattfand. Die Entfernung vom bisherigen Staatsgebiet stellte während der Kämpfe eine gewaltige logistische Herausforderung fĂźr die noch junge Streitmacht dar und machte nach der Kapitulation der Mexikaner die erste jemals von den USA eingesetzte Militärverwaltung erforderlich. Im direkten Vergleich waren die Mexikaner zwar zahlenmäĂig Ăźberlegen, demgegenĂźber verfĂźgte die Army jedoch Ăźber eine effiziente Artillerie und Ăźberlegene Taktiken. Die territoriale Bedrängung der Navajo ging mit dem laufenden Krieg Hand in Hand, hielt jedoch bis 1853 an. Von 79.000 gedienten Heeressoldaten fielen 1.700 im Kampf und 11.601 starben an anderen Ursachen.
Sezessionskrieg
â
Hauptartikel
:
Sezessionskrieg
Die im Jahre 1861 angegangene Sezession der KonfÜderierten Staaten zerriss das Heer ebenso wie das ßbrige Militär und die Gesellschaft der Vereinigten Staaten im Allgemeinen. Viele bekannte und erfahrene Offiziere des Heeres wie Robert E. Lee und Ulysses Grant, die teilweise Jahrzehnte in Kameradschaft gedient hatten, traten gegeneinander an.
FĂźr den BĂźrgerkrieg mussten beide Seiten, aufgrund der unzureichenden GrĂśĂe der Teile des gespaltenen Nationalheeres, ihre Armeen von Grund auf neu aufbauen. Vor dem Hintergrund, dass der Sezessionskrieg den ersten militärischen Konflikt im jungen Industriezeitalter darstellte, veränderte sich die KriegsfĂźhrung auf beiden Seiten stark. Während technische Verbesserungen an den Vorderladern und den Artilleriekanonen den Anwendern Vorteile hinsichtlich der Zuverlässigkeit und der Trefferquote mit sich brachten, stellten sie fĂźr bestimmte Waffengattungen wie die Infanterie und die Kavallerie eine besondere Bedrohung dar, die ihren entsprechenden Blutzoll forderten.
Die Schlacht von Shiloh forderte daher mehr Menschenleben als der gesamte Unabhängigkeitskrieg. DarĂźber hinaus vertraute die Union Army ebenso wie ihr GegenstĂźck zum ersten Mal auf die massive Verlegung von Truppen per Eisenbahn. Die Wehrpflicht unterstĂźtzte beide Seiten in ihrem Aufbau von Massenheeren. Im ersten industriellen Krieg der Neuzeit konkurrierten die beiden Armeen gleichwohl Ăźber den Wert der Kampfkraft hinaus. Auch auĂerhalb des Schlachtfeldes begann ein sozialer und propagandistischer Wettlauf, beispielsweise um die grĂśĂere Tradition oder das bessere soziale Umfeld fĂźr den Einzelnen. Die Unterschiede zwischen KonfĂśderierten und Unionstruppen waren insgesamt gering. Nach dem Sieg der Nordstaaten wurde die SĂźdarmee aufgelĂśst, ehemalige Mitglieder wurden zum Teil in die Unionsarmee integriert. Bei der Union hatten 2,128 Mio. Soldaten gedient, davon starben 360.000. Die KonfĂśderierten fĂźhrten weniger genau Buch Ăźber ihre Verluste, sie werden auf 260.000 geschätzt, Tod durch Krankheit und andere Ursachen jeweils eingerechnet. Ihre Stärke soll zwischen 750.000 und einer Million betragen haben.cite-ref-7[7]
Spanisch-Amerikanischer Krieg
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Hauptartikel
:
Spanisch-Amerikanischer Krieg
Im ausgehenden 19. Jahrhundert war die innere Konsolidierung der Vereinigten Staaten grĂśĂtenteils abgeschlossen. Aufgrund ihres wirtschaftlichen Potenzials entwickelten sich die Vereinigten Staaten zu einer GroĂmacht, was zu Spannungen mit dem zerfallenden spanischen Weltreich fĂźhrte. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts sah sich Spanien mit nationalistischen oder panamerikanischen Aufständen in ganz Lateinamerika konfrontiert. Von einer Mischung aus wirtschaftlichen, hegemonialen und imperialistischen Interessen und einer panamerikanischen, humanitären und idealistischen Besorgnis angetrieben, erklärten die Vereinigten Staaten nach mehreren maritimen Konfrontationen und gegenseitigen Provokationen dem spanischen KĂśnigreich Ende April 1898 den Krieg.Noch am Bild eines Heeres orientiert, welches ein notwendiges Ăbel in Kriegszeiten darstellt, war die Army auf den Krieg schlecht vorbereitet, zumal er in Ăbersee stattfand. Daher erwies es sich als glĂźcklicher Umstand fĂźr die Landstreitkräfte, dass die Marine des Landes wesentlich besser gerĂźstet war und deshalb die Hauptlast des Krieges zu tragen hatte.
Ab dem 16. April 1898 wurden Truppen an die KĂźste verlegt. Am 20. Juni gingen knapp 16.000 Mann unter General William Rufus Shafter in DaiquirĂ auf Kuba an Land, um Kurs auf Santiago zu nehmen. Bis zum Ende des Juli 1898 hatten knapp 11.000 Heeressoldaten die Philippinen, den ersten Schauplatz der spanisch-amerikanischen Auseinandersetzung besetzt. Manila fiel am 13. August. Unter General Miles landeten knapp 8.000 Mann bei GuĂĄnica auf Puerto Rico, dessen zweitgrĂśĂte Stadt Ponce drei Tage später erobert wurde. Auf Seiten der Army waren im Spanisch-Amerikanischen Krieg insgesamt 281.000 Soldaten eingesetzt. Die Verluste betrugen weniger als 400 Gefallene, 2.000 Soldaten starben durch andere Ursachen. Aus den militärischen Erfahrungen heraus, die die Army im Spanisch-Amerikanischen Krieg hinzugewann, grĂźndete Kriegsminister Elihu Root am 27. November 1901 das Army War College.
20. Jahrhundert
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Army einer technischen Modernisierung unterzogen, die jedoch nur eine relative Angleichung an den internationalen Standard erreichte. Gleichzeitig bahnte sich eine Reihe von Kurzinterventionen fĂźr US-amerikanische Interessen an, die bis in die 1930er Jahre dauern sollte. An den so genannten Bananenkriegen, der Vielzahl von US-Militärinterventionen zur Durchsetzung der Monroe-Doktrin in den Staaten der Karibik und Mittelamerikas, nahm die Army nicht teil, dort brachte die US Navy ausschlieĂlich das United States Marine Corps zum Einsatz, ebenfalls in China und auf Samoa. Mit dem Militia Act 1903 wurde zudem eine Vereinheitlichung der Milizen der Bundesstaaten beschlossen und der Bundesregierung die hierfĂźr erforderlichen Vollmachten eingeräumt.
Mit Verabschiedung des Gesetzes durch den Kongress am 21. Januar 1903 tragen die Milizen die Bezeichnung National Guard und wurden in jedem der grĂśĂeren Konflikte an der Seite der Army und des Marine Corps eingesetzt.cite-ref-citizen-8-0[8] Die heutige United States Air Force geht auf eine experimentelle Fliegertruppe der Fernmeldeeinheit der United States Army zurĂźck, die 1907 die Bezeichnung Aeronautical Division, U.S. Signal Corps erhielt. 1918 erhielt die militärische Luftfahrt der Vereinigten Staaten die Bezeichnung Air Service, United States Army.
Erster Weltkrieg
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 war die US Army mit knapp 100.000 Mann in Anbetracht der GrĂśĂe des Landes noch relativ schwach. Innerhalb des US-Militärs rangierte sie im Grunde nur an dritter Stelle. Andererseits verfĂźgten die Vereinigten Staaten als bereits damals grĂśĂte Wirtschaftsmacht mit der US Navy Ăźber die drittstärkste Kriegsflotte der Welt. Als âGeneralprobeâ fĂźr den Einsatz der Army in Europa diente gleichsam die kurze kriegerische Auseinandersetzung mit Mexiko von 1916/17. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg im April 1917 an der Seite der Entente musste ein geeignetes Massenheer erst geschaffen werden, denn die US Army hatte aufgrund der weitverbreiteten Abneigung gegen eine zu starke zentrale Staatsgewalt nur wenige Berufssoldaten. Nun wurde sie vom United States War Department, angesichts der Herausforderung des Ersten Weltkriegs, mit Wehrpflichtigen und Freiwilligen aufgestockt. Dieses Heer wurde nun offiziell National Army genannt. Der Mangel an FĂźhrungskräften bedingte den schnellen Aufstieg vieler Offiziere, aus deren Reihen später einige berĂźhmte HeerfĂźhrer des Zweiten Weltkriegs hervorgegangen sind.
US-amerikanische Soldaten bereiteten sich an der europäischen Westfront seit 1917 auf den Kampf gegen das deutsche Heer vor, zunächst noch in geringer Zahl. Im Jahr 1918 jedoch wuchs die Expeditionsstreitmacht allmählich auf Millionenstärke an, jeden Monat wurden Hunderttausende von Soldaten Ăźber den Atlantik gebracht. Seit dem FrĂźhsommer 1918 kamen geschlossene US-Verbände unter dem Kommando von General John J. Pershing zum Einsatz. Die Meuse-Argonne-Offensive im Herbst 1918 war der grĂśĂte militärische Erfolg der US-Truppen unter General John Pershing und durchbrach die deutsche Westfront bei Verdun. Auch an der italienischen Front waren amerikanische Truppen im Einsatz, auĂerdem im Rahmen der Intervention der Westmächte an der Seite der WeiĂen Armee im Russischen BĂźrgerkrieg. Insgesamt 115.000 GIs starben im Ersten Weltkrieg, die meisten davon aufgrund von Krankheiten wie der Spanischen Grippe in den heimatlichen Ausbildungslagern und in Europa. Etwa 50.000 Mann fielen bei den Kampfhandlungen in Europa. Vor allem die materielle und personelle Stärke des US-Heeres beschleunigte den Sieg der alliierten und assoziierten Mächte. Bis Anfang 1923 nahmen US-amerikanische Soldaten an der alliierten Rheinlandbesetzung im Raum Koblenz teil.
Zeit zwischen den Weltkriegen
1920 wurde die National Army aufgelĂśst und die militärischen Kapazitäten der Vereinigten Staaten zu Land auf den Stand der United States Army zurĂźckgefĂźhrt. AuĂerdem wurden alle BefĂśrderungen, die von 1917 bis 1920 erteilt wurden, rĂźckgängig gemacht. In der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg erfuhr die United States Army ab 1933 eine umfassende Modernisierung auf allen Ebenen, da sie zum Teil noch in Schemata aus der Zeit des BĂźrgerkrieges operierte. Im Jahr 1939 lag die geschätzte Stärke der United States Army zwischen 174.000 und 200.000 Soldaten und war damit kleiner als die Portugals, das damit weltweit auf Platz 17 oder 19 lag. General George C. Marshall wurde im September 1939 Generalstabschef der Armee und begann mit dem Ausbau und der Modernisierung der Armee zur Vorbereitung auf einen Krieg.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]
Zweiter Weltkrieg
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Hauptartikel
:
United States Army im Zweiten Weltkrieg
Im Zuge der wachsenden Anspannung in den Vereinigten Staaten hinsichtlich des Krieges in Europa erteilte der US-Kongress im Februar 1941 die Weisung, die Army of the United States auszuheben, die im Gegensatz zur National Army neben der Regular Army und Freiwilligen die Reserve umfasste, was den Strategen der Vereinigten Staaten zunächst neu erschien. Juristisch betrachtet blieben die vorherigen einzelnen Streitkräfte bestehen. Nach dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Zweiten Weltkrieg im Dezember 1941 gehĂśrte die militärische Eroberung der pazifischen Inseln im Zuge des âIsland Hoppingâ (zu Deutsch: âInselspringenâ) in den Aufgabenbereich des US Marine Corps, während Heeressoldaten die Inseln sicherten. Die Soldaten der US Army kämpften vor allem in Nordafrika und in Europa, ab 1943 in Italien und ab dem 6. Juni 1944 in Frankreich.
In Europa und Nordafrika verschaffte das Eingreifen des US-amerikanischen Heeres den alliierten Streitkräften endgĂźltig das militärische Ăbergewicht, das zusammen mit dem Zusammenbruch der deutschen Ostfront den Sieg der Anti-Hitler-Koalition ermĂśglichte. Der Oberkommandierende der alliierten Expeditionsstreitkräfte, Dwight D. Eisenhower, war AngehĂśriger der Army. Von den ungefähr 291.000 während des Krieges in Europa getĂśteten US-Soldaten gehĂśrten knapp 234.000 der Army an. Auf dem HĂśhepunkt ihres Personalstandes verzeichnete die Army of the United States Ăźber 8,3 Mio. Soldaten, einen nie wieder erreichten Wert.
Siehe auch
:
Liste der Formationen der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs
Ende des Zweiten Weltkrieges
Auch diesmal setzte die Army nach Kriegsende alle Dienstgrade auf den Vorkriegszustand zurĂźck. Sie wurde darĂźber hinaus von einer Explosion ihres Sozialbudgets Ăźberrascht, da Veteranen nach ehrenhafter Entlassung viele VersorgungsansprĂźche geltend machen konnten. Im Laufe des Krieges hatte die Abwicklung von Operationen und Logistik per Lufttransport rasant an Bedeutung gewonnen. Das Flugzeug ermĂśglichte eine bis dahin fĂźr unmĂśglich gehaltene Anzahl an Luftlandeoperationen, beispielsweise in der Normandie oder in den Niederlanden. Aus dieser Zeit rĂźhrt die Ăźberdurchschnittliche Reputation der Luftlandeverbände des Heeres. Noch weitaus wichtiger war der Beitrag der Heeresluftwaffe (USAAF). Ihre Bedeutung hatte vor allem aufgrund des jahrelangen strategischen Luftkrieges der Westalliierten gegen die âFestung Europaâ, in den riesige Mittel investiert worden waren, enorm zugenommen.
Das kam auch im âBlutzollâ der US-Heeresluftwaffe zum Ausdruck. Allein in den Kampfeinsätzen an allen Fronten des Krieges hatte sie Ăźber 50.000 Mann an Toten verloren. SchlieĂlich ĂźberfĂźhrte die Bundesregierung die USAAF 1947 als selbständige Teilstreitkraft in die neugegrĂźndete US Air Force. Das United States Department of War, das seit 1789 fĂźr die Landstreitkräfte verantwortliche Ministerium der USA wurde 1947 in das Department of the Army des Verteidigungsministeriums ĂźberfĂźhrt. Die Haltung der BevĂślkerung der Vereinigten Staaten gegenĂźber Militär und RĂźstung wandelte sich vor dem Hintergrund des sich anbahnenden Kalten Krieges stark. Das Vordringen des Kommunismus in Europa und Asien seit 1945 wurde als Bedrohung angesehen.
Weltweite Stationierung
Auf Grundlage der bei Kriegsende erreichten Positionen in Europa und Asien bauten die Vereinigten Staaten allmählich ein weltweites StĂźtzpunktsystem auf, in das auch die Army mit groĂen Kontingenten eingebunden war. InitialzĂźndung hierfĂźr war der Koreakrieg, nachdem die in Ăbersee stehenden US-Truppenkontingente nach 1945 bereits stark reduziert worden waren. Mehrere Divisionen der US-Army wurden dauerhaft in Westdeutschland stationiert. Zur Zeit des Kalten Krieges standen allein dort ständig mehr als 200.000 US-Soldaten, zum weit Ăźberwiegenden Teil Army-AngehĂśrige. Einen weiteren Schwerpunkt bildete SĂźdkorea.
Koreakrieg
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Hauptartikel
:
Koreakrieg
Im Koreakrieg wurde abermals ein Massenheer aufgeboten, welches von 1950 bis 1953 in Korea im Rahmen einer militärischen Intervention der UN zugunsten des SĂźdens unter FĂźhrung der Vereinigten Staaten zum Einsatz kam. Da die Demobilisierung des Massenheeres nach dem Zweiten Weltkrieg zu diesem Zeitpunkt weit fortgeschritten war, entwickelte sich die UN-Mission unter FĂźhrung der US Army fĂźr das Heer zunächst ungĂźnstig. Nach anfänglichen Misserfolgen, bei der nur der massive Einsatz der Marines die Einkesselung und Vernichtung groĂer Army-Kontingente verhinderte, konnte die zuweilen sehr kritische Lage stabilisiert werden und die nordkoreanischen Truppen wurden bis an die chinesische Grenze zurĂźckgedrängt. Diese Umstände kosteten die Army einiges an Reputation in der US-amerikanischen BevĂślkerung und verschärften die ohnehin vorhandene Konkurrenzsituation zwischen den beiden Teilstreitkräften weiter. Durch das Eingreifen der Volksrepublik China in den Konflikt erhĂśhten sich die Verluste beim Heer bis zum Waffenstillstand auf 30.000 Soldaten, davon 27.000 Gefallene. In der Army hatten mehr als zwei Millionen Mann gedient.
Vietnamkrieg
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Hauptartikel
:
Vietnamkrieg
Bereits lange vor dem offiziellen Ausbruch des Vietnamkrieges im Jahr 1964 waren Einheiten der Green Berets seit 1956 im Operationsgebiet als Militärberater aktiv. Als die Zahl der in Vietnam anwesenden Soldaten im Jahre 1963 die Marke von 16.000 Ăźberschritt, lieĂ sich der Anschein eines auf Beratung beschränkten Konflikts der Army nicht mehr aufrechterhalten, sodass der Krieg in SĂźdostasien zu eskalieren begann. Die Intervention der Vereinigten Staaten in Vietnam entwickelte sich fĂźr die Army zu einem Debakel, weil die Ăźberwiegend aus Wehrpflichtigen bestehenden Verbände in einen Kampfeinsatz geschickt wurden, dessen Legitimität immer stärkeren Zweifeln aus dem Inland ausgesetzt war und der âVietcongâ sie mit Situationen konfrontierte, denen sie oftmals nicht gewachsen waren.
Der Kampf im Dschungel gegen einen gut trainierten und hoch motivierten Feind zeigte schnell Mängel in Einsatzkonzept, Ausbildung und AusrĂźstung auf, da die Army allein auf das in vorangegangenen Kriegen erfolgreich angewandte Konzept der klassischen GroĂoperation mit massiver Feuerkraft ausgerichtet war und sich erstmals dem Phänomen der asymmetrischen KriegfĂźhrung konfrontiert sah. Erst im Laufe des Konfliktes begannen entsprechend ausgebildete und ausgerĂźstete Spezialeinheiten in grĂśĂerem Stil mit den gleichen Taktiken wie der âVietcongâ parallel zu konventionellen Heeresverbänden zu operieren.
Im Laufe des Konfliktes sammelte die US Army Erfahrungen in der GuerillakriegfĂźhrung, die die Ausbildung der Soldaten seither beeinflusst hat. DarĂźber hinaus trug die Taktik der FNL zur GrĂźndung diverser US-amerikanischer Spezialeinheiten bei. Trotz der lehrreichen Erfahrungen in Vietnam entwickelte sich der zehnjährige Konflikt zu einem groĂen Trauma, speziell fĂźr die stark infanteristisch geprägte Army. Auf Betreiben mehrerer Organisationen und Kampagnen, zu denen sich viele Soldaten zusammengeschlossen hatten, war die Politik genĂśtigt, die auĂerdienstliche Betreuung fĂźr Soldaten auszubauen, was sie zunächst nur widerwillig umsetzte. Hauptaspekt war neben der Beendigung des Krieges die psychologische Betreuung der Soldaten während des Einsatzes und danach.
Im Laufe der Zeit wurde mit diesen Einrichtungen im Sinne einer umfassenden Versorgung der Soldaten immer stärker geworben. Aus der Ăra des Vietnamkrieges stammt die Neigung vieler Mitglieder der Army, sich als Opfer der Politik und als von der US-amerikanischen Gesellschaft missverstanden zu sehen. Trotz aller Entschlossenheit bemängelte sogar das Offizierskorps die KriegsfĂźhrung. Es stellte fest, dass die Wehrpflicht keineswegs vonnĂśten, sondern im Gegenteil eher hinderlich gewesen sei, was sich im Zahlenverhältnis von einem Offizier zu drei Soldaten im Mannschaftsdienstgrad widerspiegelte. Die gestiegene, vor allem gegen die Infanterie gerichtete Aversion sorgte fĂźr einen stetigen RĂźckgang der jährlichen Rekrutierungszahlen, bis nach dem Ăśffentlichkeitswirksam gefĂźhrten Zweiten Golfkrieg eine gegenteilige Entwicklung einsetzte. Von den 58.000 US-amerikanischen Toten des Vietnamkrieges waren von den Soldaten des Heeres 31.000 im Kampf gefallen und 7.200 an anderen Ursachen gestorben.
Zweiter Golfkrieg ( Desert Shield und Desert Storm )
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Hauptartikel
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Zweiter Golfkrieg
Im Zweiten Golfkrieg hatte die Army die Aufgabe, in einer Koalition aus 500.000 Soldaten der insgesamt 30 teilnehmenden Nationen die irakischen Truppen ins eigene Land zurĂźckzudrängen, während Marines das zuvor vom Irak Ăźberfallene Kuwait befreiten. Nach vier Tagen wurde die erfolgreiche Bodenoffensive der US Army angehalten, weil ein Sturz Saddam Husseins den sicherheitspolitischen Bedenken der Vereinigten Staaten entgegenstand. Das territoriale Auseinanderbrechen des Irak entlang der ethnischen Grenzen lag nicht im strategischen Interesse der von Präsident George Bush sen. gefĂźhrten Regierung. 224 Soldaten der Army fielen während dieses Krieges. Während dieser Operation wurde erstmals das System der âNetwork Centric Warfareâ angewandt, der digitalisierten Vernetzung und FĂźhrung aller Einheiten.
Somalia-Einsatz
In Somalia sollten die beiden Army-Spezialeinheiten Rangers und Delta Force zusammen mit der 10. US-Gebirgsjägerdivision im Rahmen der Operation Restore Hope nach Abzug zweier Divisionen der US Marines die humanitären Aktionen der UNO Ăźberwachen. In der Schlacht von Mogadischu erreichten die Soldaten gegen eine schlecht ausgerĂźstete und ausgebildete zehnfache Ăbermacht von Clanmilizen ein blutiges Patt, bevor sie sich zurĂźckziehen mussten. Nach dem Kampf und mittlerweile 31 Toten wuchs der politische Druck auf US-Präsident Clinton so stark an, dass er das US-amerikanische Engagement in Somalia endgĂźltig abbrechen musste.
21. Jahrhundert
Transformation der United States Army
Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion und des Warschauer Paktes wurde der Militärhaushalt während der 1990er Jahre drastisch gekĂźrzt. Nach dem 11. September 2001 hatte sich die Strategie des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten bereits von einfachen KĂźrzungen, Verschlankungen und Verkleinerungen hin zur so genannten âTransformation der US Armyâ gewandelt. Diese Doktrin fokussiert die US Army auf schnellen, effizienten Kampf, der eine Verlegung massiver Heereseinheiten, wie zum Beispiel noch im Zweiten Golfkrieg, ĂźberflĂźssig macht. Am Ende der Transformation, die 2009 abgeschlossen sein soll, wird sich die Planungsgrundlage von den zehn im Jahre 2006 noch existierenden Divisionen auf anvisierte 42 bis 43 Brigaden verschoben haben. Faktisch sind mit der neuen Struktur Divisionen nicht mehr existent, ihre WiedereinfĂźhrung durch den modularen Aufbau ohne weiteres mĂśglich.cite-ref-11[11]
Afghanistan
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Hauptartikel
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Krieg in Afghanistan seit 2001
Als Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 griff eine US-gefĂźhrte Koalition im Rahmen der Operation Enduring Freedom in Afghanistan ein, um das Taliban-Regime zu stĂźrzen. Daran beteiligt waren seitens der Army zumeist Spezialeinheiten, da grĂśĂere Bodenoperationen afghanischen VerbĂźndeten Ăźberlassen wurden. In der darauf folgenden Zeit mussten US-amerikanische Einheiten immer wieder Offensiven gegen Aufständische starten. Seit 2006 wurden die meisten Kontingente der Army aus der Operation Enduring Freedom ausgegliedert und der getrennten NATO-gefĂźhrten ISAF-Mission unterstellt. In Afghanistan starben bisher knapp 2.154 Soldaten der US Army (Stand November 2012).cite-ref-12[12]
Irakkrieg
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Hauptartikel
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Irakkrieg
Die oben beschriebene Doktrin wurde im Irakkrieg bei der Operation Iraqi Freedom erfolgreich erprobt. Die Anzahl der beteiligten Soldaten erreichte nur ein Viertel der Mannschaftsstärke von Desert Storm, aber die verbliebenen Kräfte kooperierten dank der neu eingefĂźhrten Auftragstaktikcite-ref-13[13] und erheblich verbesserter Kommunikation besser als zuvor. Im Vergleich verliert die Anzahl der vier beteiligten Divisionen an Aussagekraft, da den sonst im internationalen Vergleich eher kleinen Divisionen der Armee die grĂśĂtmĂśgliche Anzahl von Truppen beigeordnet wurde.
So genĂźgte eine einzige Brigade, um Bagdad einzunehmen und zu halten, bis weitere zur Sicherung eintrafen. Die politische Stabilisierung des Landes bereitet der US Army weit grĂśĂere Probleme. Wurden während der offiziellen Kampfhandlungen (20. März 2003 bis 1. Mai 2003) nur 68 Army-Soldaten getĂśtet, waren es nach Abschluss des Feldzugs insgesamt 4486 (andere Teilstreitkräfte nicht einberechnet). Als Grund fĂźr den Misserfolg werden vor allem die mangelhafte Kenntnis der arabischen Kultur sowie die ungenĂźgende Ausbildung fĂźr Friedensmissionen angefĂźhrt.
Verkleinerung der Armee
Nach dem Auslaufen des Afghanistan-Einsatzes plant die US-Regierung unter Barack Obama 2014 die Anzahl der Soldaten der United States Army zu verkleinern. Die Truppenstärke der United States Army soll auf den tiefsten Stand seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges fallen. Die Anzahl der Soldaten soll von derzeit (Stand: Februar 2014) 520.000 auf bis zu 440.000 Soldaten fallen.cite-ref-14[14]cite-ref-15[15]
Kriegsverbrechen
Soldaten der US Army haben in mehreren Kriegen Kriegsverbrechen begangen. Das Massaker von My Lai während des Vietnamkrieges erregte dabei das grĂśĂte Aufsehen. Nach dem Irakkrieg 2003 wurde der Abu-Ghuraib-Folterskandal bekannt. In Afghanistan wurden Soldaten der Exekution ganzer Gefangenengruppen beschuldigt. In einem weiteren Fall sollen Soldaten das Verdursten einer Gruppe gefangen genommener Taliban in einem verriegelten Lkw-Container zu verantworten haben.cite-ref-16[16] Im September 2006 wurden weitere VorwĂźrfe laut: Die Los Angeles Times hatte zusammen mit der Nichtregierungsorganisation âCrimes of War Projectâ recherchiert, dass zehn Mitglieder einer Special-Forces-Einheit der Nationalgarde aus Alabama auf ihrem StĂźtzpunkt Gardez in Afghanistan im FrĂźhjahr 2003 mehrere Personen getĂśtet, davon einige zu Tode gefoltert und daran anschlieĂend eventuelle Aussagen abgestimmt haben sollen.cite-ref-17[17]cite-ref-18[18]
Auch aus dem Zweiten Weltkrieg sind einige Kriegsverbrechen der Army bekannt. AngehĂśrige der 45. US-Infanteriedivision erschossen zum Beispiel 1943 während des Biscari-Massakers auf Sizilien deutsche und italienische Kriegsgefangene. Ein gut dokumentierter Vorfall ist das Massaker von Lippach im April 1945. Im Philippinisch-Amerikanischen Krieg und Moro-Amerikanischen Krieg begingen die Truppen der Vereinigten Staaten zahlreiche Kriegsverbrechen. Es kam zu systematischem Einsatz von Folter, Geisel- und GefangenenerschieĂungen, Ermordung von Zivilisten und EntvĂślkerung ganzer Landstriche.cite-ref-19[19]
Auftrag und Doktrin
Verfassungsrechtlich ist das Heer der Vereinigten Staaten wie die Gesamtheit der Streitkräfte in Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 und Artikel I, Abschnitt 8, Satz 11 und 14 der Verfassung der Vereinigten Staaten legitimiert.cite-ref-20[20] Die Ausgestaltung des Auftrags der Army findet in Untertitel B, Teil I, Kapitel 307, § 3062 des Zehnten Buches des United States Code statt. Dieser Paragraphcite-ref-21[21] legt neben dem Auftrag auch die Zusammensetzung der Landstreitkraft und die ZugehĂśrigkeit zu ihr fest. Sie lautet in der Ăbersetzung:
â(a) Es ist das Bestreben des Kongresses, ein Heer bereitzustellen, das in Verbindung mit den anderen bewaffneten [Teil]Streitkräften dazu in der Lage ist, (1) Frieden und Sicherheit in den Vereinigten Staaten und deren Staatengemeinschaft [Commonwealth], in deren Besitzungen und allen von den Vereinigten Staaten besetzten Gebieten zu bewahren und deren Verteidigung zu gewährleisten; (2) die nationale Politik zu unterstĂźtzen; (3) die nationalen Zielvorstellungen umzusetzen; (4) jeglichen Staat, der aggressive Handlungen begeht, die den Frieden und die Sicherheit der Vereinigten Staaten gefährden, zu bezwingen.â
Absatz (b) legt fest, dass das Heer vor allem fĂźr âunverzĂźgliche und nachhaltige Kampfeinsätze fĂźr den Fall von Bodenoperationen [âŚ] strukturiert, ausgebildet und ausgerĂźstetâ sein muss (It shall be organized, trained, and equipped primarily for prompt and sustained combat incident to operations on land). Die Army ist âfĂźr die Bereitstellung von Landstreitkräften verantwortlich, die fĂźr das schlagkräftige Betreiben eines Krieges notwendig sind, soweit nicht anders beauftragt, und, in Ăbereinstimmung mit streitkräfteĂźbergreifenden Mobilisierungsplanungen, fĂźr die Entfaltung der Bestandteile des Heeres [verantwortlich], um den Anforderungen des Krieges gerecht zu werdenâ (It is responsible for the preparation of land forces necessary for the effective prosecution of war except as otherwise assigned and, in accordance with integrated joint mobilization plans, for the expansion of the peacetime components of the Army to meet the needs of war).
Die Strategie des Heeres ist in diversen verteidigungspolitischen Papieren festgelegt, die gemäà der AuĂenpolitik der Vereinigten Staaten Diplomatie, Militär und Nachrichtendienste in eine eng verzahnte Gesamtkonzeption einbetten. Diese ist in der Nationalen Sicherheits- und Nationalen Verteidigungsstrategie der USA festgehalten, die der Nationale Sicherheitsrat ausarbeitet und aktualisiert. Deren Schwerpunkte liegen derzeit sowohl allgemein als auch auf das Heer bezogen vor allem im Krieg gegen den Terrorismus, der ErfĂźllung der BĂźndnispflichten sowie in der Abschreckung der Feinde der Vereinigten Staaten, bedingt vor allem durch ihre globale Präsenz.cite-ref-mission-22-0[22]
Die grĂśĂte Herausforderung sieht die Army derzeit in der Bewältigung der politisch gestellten Aufgaben bei gleichzeitiger Restrukturierung, Transformation genannt (siehe gleichnamiges Unterkapitel unten). Sie ist die umfangreichste StrukturmaĂnahme seit dem National Security Act von 1947. Der eigene Anspruch, aber auch die Ăśffentliche Erwartungshaltung liegen in einer funktionalen, flexiblen Kommandostruktur, die beim Zusammenspiel verschiedener Kompetenzen nicht konkurriert, und darĂźber hinaus in weltweit projizierbaren, das heiĂt effektiv einsetzbaren Truppen. In der Praxis läuft dies auf den Anspruch hinaus, jederzeit mehrere Kriege am Boden fĂźhren zu kĂśnnen.
Vereinzelt sprechen US-amerikanische Politiker von drei bis vier Konfliktbeteiligungen, sollte dies nĂśtig sein. Angesichts der jĂźngsten Entwicklungen erscheint dies jedoch unwahrscheinlich, sodass mehrheitlich zwei regionale GroĂeinsätze erwartet werden. Die gelegentliche Forderung einzelner Offiziere nach einer VergrĂśĂerung des Heeres steht im Widerspruch zu der nach dem Vietnamkrieg vollständig umgesetzten Freiwilligenarmee. Daher wird vor allem das Szenario der Beteiligung an zwei groĂen Regionalkriegen, beziehungsweise an einem groĂen Konflikt und zwei begrenzten verfolgt.cite-ref-23[23]
In der Praxis wirft die weltweit zunehmende asymmetrische Kriegfßhrung Fragen in Bezug auf diese Gesamtstrategie des Heeres der Vereinigten Staaten als derzeit effektivste Bodenstreitkraft der Erde auf, weil sie aufgrund ihrer Stärke in Kombination mit ihrer eingeschränkten Belastbarkeit in der asymmetrischen Kriegfßhrung ein verlockendes Ziel fßr Milizen, bewaffnete Gruppen und ähnliche darstellt. Bisher wurden in diesem Zusammenhang keine LÜsungen oder Antworten gefunden, was wahrscheinlich auf die komplexen politischen, sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Hintergrßnde dieser sich ausdehnenden Kriegsform zurßckzufßhren ist.
Im Jahr 2008 wurde ein neues âDoctrine Manualâ erlassen, das erstmals Stabilisierungseinsätze auf die gleiche Ebene mit offensiven und defensiven Einsätzen stellt. Die in der Folge erstellte zentrale Heeresdienstvorschrift FM 3-07 stellt zu Stabilisierungseinsätzen fest, dass â[âŚ] die grĂśĂte Bedrohung der nationalen Sicherheit nicht von aufstrebenden Staaten ausgehen wird, sondern von zerfallenden Staaten, die die BedĂźrfnisse ihrer BĂźrger nicht mehr erfĂźllen kĂśnnen oder wollenâ. Daher kann es Aufgabe der Army werden, zivile Infrastruktur zu reparieren oder funktionierende lokale Regierungen aufzubauen.cite-ref-24[24]
Budget
Die Army fordert im Haushaltsjahr 2021 knapp 178 Mrd. US$.cite-ref-0-25-0[25] Dies wäre eine Verringerung gegenĂźber dem Vorjahr um 2 Mrd. und um 3 Mrd. gegenĂźber dem Haushalt 2019. Den grĂśĂten Anteil daran hätten mit ungefähr 35 % die Ausgaben fĂźr das militärische Personal; sie wĂźrden im Jahre 2021 knapp US$ 62,5 Mrd ausmachen.cite-ref-0-25-1[25] Die Fixkosten fĂźr laufende Operationen wĂźrden innerhalb von zwei Jahren von 51,7 Mrd. auf 53,7 Mrd. Dollar steigen. Des Weiteren wĂźrden 34,2 Mrd. US-Dollar an Beschaffungen gehen. Eine geplante Neuanschaffung ist 2021 das Integrated Visual Augmentation System (IVAS). Ebenfalls werden von den Beschaffungskosten weiterhin Abrams, Stryker und Bradley Upgrades bezahlt.cite-ref-0-25-2[25] Die US Army ist die grĂśĂte Teilstreitkraft und bekommt 24 % des Wehretats 2021.cite-ref-26[26] FĂźr das Haushaltsjahr 2022 fordert die US Army ein Budget von 173 Mrd. US-Dollar.cite-ref-27[27]
Organisation
Im Folgenden wird neben den drei sogenannten Komponenten sowohl die vertikale als auch die horizontale Organisation des Heeres der Vereinigten Staaten erläutert. Der Begriff âvertikale Befehlsketteâ bezieht sich auf die Kommandostruktur von der Spitze bis zur Verbandsebene, âhorizontale Befehlsketteâ auf deren Ausprägung in Waffengattungen, Regionen und anderen Organisationsbereichen.
Komponenten
Als Berufsheer bietet die United States Army verschiedene MĂśglichkeiten, freiwillig in ihr Dienst zu leisten. Dabei wird das Berufsheer von zwei Reserveinstanzen ergänzt, deren unterschiedlicher Charakter auf die unterschiedliche Regelung des Wehrdienstes und unterschiedliche Aufgabenzuteilung grĂźndet. Diese unterschiedlichen Organisationsbereiche werden im allgemeinen Sprachgebrauch als components (deutsch: âKomponentenâ) gehandhabt. Neben den Luftstreitkräften ist die Army die einzige Teilstreitkraft der USA, die Ăźber drei Komponenten verfĂźgt. Neben dem Berufsheer gibt es eine Bundesreserve, während die einzelnen Bundesstaaten milizähnliche Organisationen betreiben, die verwaltungstechnisch in einer Nationalgarde zusammengefasst sind und auf Anweisung des Präsidenten zum Vollzeitdienst einberufen werden kĂśnnen. Beide Reservekomponenten (reserve components) sind verwaltungstechnisch jeweils in einem Oberkommando zusammengefasst.
Der Einsatz der Reserve und Nationalgardisten ist seit dem Vietnamkrieg proportional wie prozentual kontinuierlich gestiegen, obwohl sie an jedem Krieg der USA seit dem Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Sie waren vor allem an der Operation Desert Storm, an der KFOR-Mission im Kosovo und an der Operation Iraqi Freedom beteiligt. Manche US-Bßrger sorgen sich aufgrund des chronischen Mangels an Freiwilligen um eine Reaktivierung der seit dem Vietnamkrieg ausgesetzten Wehrpflicht. Von offizieller Seite wurden solche Planungen bisher immer verneint, und weder in Politik noch Gesellschaft sind aus verschiedenen Grßnden Mehrheiten zu erwarten. Beide Reserveinstanzen des Heeres berufen sich traditionell auf den Minuteman aus dem Unabhängigkeitskrieg, der die Verwurzelung und Bßrgernähe der Army einerseits und den furchtlosen und opferbereiten Bßrger andererseits symbolisieren soll.
BegĂźnstigt durch das starke Souveränitäts- und Subsidiaritätsdenken in der politischen Kultur der Vereinigten Staaten gibt es auf bundesstaatlicher Ebene verschiedene Milizen, die teilweise von der Staatsregierung unterstĂźtzt werden und der Nationalgarde, also der âoffiziellenâ Streitmacht des Bundesstaates, zuarbeiten. Mitglieder dieser Vereinigungen wollen sich gewĂśhnlich nicht vollständig dem Bundesstaat unterordnen. Deswegen kĂźmmern sich diese Milizen selbst um ihre Organisation, Ausbildung und AusrĂźstung. Ihr De-facto-Status ähnelt mehr dem einer BehĂśrde als der eines Teils des Militärs.
Berufsheer
Das Berufsheer der Vereinigten Staaten wird Regular Army genannt und besteht aus seinen Berufssoldaten und seinen zivilen Angestellten. Die Regular Army umfasste am 30. Dezember 2007 knapp 518.000 Soldaten.cite-ref-28[28] Am 30. September 2007 waren darunter ungefähr 71.800 Frauen.cite-ref-29[29] Der Kongress bestimmt jährlich die maximale GrĂśĂe des Berufsheeres.cite-ref-30[30]
Bundesreserve
Die Army Reserve wurde am 23. April 1908 gegrßndet und war ursprßnglich zur Bereitstellung medizinischen Fachpersonals konzipiert. Heute ist die United States Army Reserve die Bundesreserve der United States Army. Ihr kommt eine Zwitterrolle bei der Unterstßtzung des Berufsheeres zu. Mitgliedern der Reserve kann befohlen werden, sowohl bestimmte Posten bei Stäben oder Institutionen aufzufßllen, als auch im Rahmen ihres Verbandes Vorbereitungen und Dienst im Krisen- oder Kriegsgebiet zu leisten. Mitglieder der Army Reserve sind in ihren zivilen Berufen fast durchgehend Spezialisten. Gerade stark berufsbezogene Verbände wie die Militärpsychologie sind deswegen der Army Reserve untergeordnet, versehen jedoch Vollzeitdienst, soweit sie dies im Rahmen eines Verbandes tun.
Das Hauptquartier der Bundesreserve, das United States Army Reserve Command (USARC), befindet sich in Fort McPherson im Bundesstaat Georgia. Der kommandierende General der Reserve leitet daher sowohl eine BehÜrde als auch eine militärische Kommandostelle. Amtsinhaber ist seit 2020 Generalleutnant Jody J. Daniels. Im Haushaltsjahr 2006 verfßgte sie ßber 189.975 Männer und Frauen.cite-ref-31[31]
Die Mitglieder der USAR dienen in Friedenszeiten in einem Turnus, der in den Vereinigten Staaten sprichwĂśrtliche Bedeutung angenommen hat: Two days a month, two weeks a year (zu Deutsch: âZwei Tage im Monat, zwei Wochen im Jahrâ). Das Budget der Army Reserve beträgt knapp 5,3 % des Gesamtetats der Teilstreitkraft; ihre Organisation ist Ăźber bestimmte Funktionen fest in das Berufsheer eingebunden. Dazu gehĂśren Internierungsbrigaden, das Anwaltskorps, Eisenbahneinheiten, Ausbildungsbrigaden und Wasserversorgungsbataillone sowie der GroĂteil der Ăffentlichkeitsarbeit, der psychologischen KriegsfĂźhrung, der Transportgruppen und der Krankenhäuser.cite-ref-32[32] Somit dient die Bundesreserve nicht ausschlieĂlich Ersatzzwecken, sondern stellt Ăźberwiegend ergänzende Funktionen.cite-ref-33[33]
Nationalgarde des Heeres
Die Army National Guard (ARNG) ist die zweite Komponente der Heeresreserve und wurde 1903 gegrĂźndet, als der Militia Act die verschiedenen Staatsmilizen auf eine gemeinsame Organisationsgrundlage stellte. Da diese Milizen von den Gouverneuren der Bundesstaaten unterhalten werden, ist die Zentrale direkt im Verteidigungsministerium in Washington D.C. untergebracht.
Vor dem Jahr 2001 waren Nationalgardisten Soldaten der einzelnen US-Bundesstaaten, sofern sie nicht zur Regular Army einberufen wurden. Dies änderte sich unter der Regierung von George W. Bush: Zurzeit unterstehen Nationalgardisten sowohl ihren staatlichen Kommandeuren als auch dem Personalreservoir des Berufsheeres. Bei der Pensionierung werden sie wie ehemalige Soldaten der Reserve behandelt, und ab dem 60. Lebensjahr wie Soldaten, die in der Regular Army gedient haben.
Seit dem Jahr 2007 kann der Präsident der Vereinigten Staaten die Army National Guard ohne Zustimmung der jeweils zuständigen Gouverneure einberufen.cite-ref-34[34] Im Haushaltsjahr 2006 verfĂźgte die ARNG Ăźber 346.255 Mann.cite-ref-35[35] Als wichtigste Aufgabe der National Guard galt der Zivil- und Katastrophenschutz. Ihren ersten GroĂeinsatz erlebte sie im Vietnamkrieg mit knapp 23.000 Mann, die zu einem Jahr vollem Dienst einberufen wurden. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 sind die Nationalgardisten wieder stärker eingebunden.
Aktivierungsinstanzen
Auch wenn die US Army zurzeit eine vollständige und von den Reserveeinheiten unterstĂźtzte Berufsarmee ist, so gibt es Notfallpläne und MaĂnahmen zur Einberufung von Wehrfähigen fĂźr den Fall des Notstands oder eines grĂśĂeren Krieges, beispielsweise einer Invasion des Territoriums der Vereinigten Staaten oder einem erneuten Weltkrieg.
Zu diesem Zweck ist die Reserve nach VerfĂźgbarkeit und Tauglichkeit der Reservisten gegliedert. Der Präsident greift bevorzugt auf die Selected Reserve zurĂźck, die wie reguläre Heeresverbände aufgestellt ist und einzig noch an die tägliche Routine herangefĂźhrt werden muss. Die Individual Ready Reserve besteht aus ehemaligen Berufssoldaten und Mitgliedern der Reserve, die keinen Reservistendienst versehen. Sie nehmen weder an den monatlichen und jährlichen Ăbungen teil und werden nicht entlohnt. Ihr militärischer Wert besteht meistens in den erlernten Berufen und Fertigkeiten. Die letzte administrative Unterteilung ist die Retired Reserve, in der knapp 715.000 aus allen Heereskomponenten registriert sind.cite-ref-36[36]
Per Presidential Reserve Call-up (PRC, âpräsidialer Aufruf zum Reservistendienstâ) kann der Präsident der Vereinigten Staaten bis zu 200.000 Mann fĂźr eine Frist von bis zu 270 Tagen zum Reservistendienst innerhalb der kontinentalen Vereinigten Staaten (CONUS) einberufen. Dies muss er dem Kongress mindestens 24 Stunden zuvor ankĂźndigen und begrĂźnden. Im Notfall kann der Präsident auf eine Partial Mobilization (Teilmobilmachung) zurĂźckgreifen, bei der eine Million Soldaten bis zu 24 Monate einberufen werden kĂśnnen. Bei einer vollen Mobilmachung muss der Kongress den Notstand erst anerkennen, bevor der Präsident alle verfĂźgbaren militärischen Mittel einsetzen darf, inklusive der Retired Reserve. Diese Genehmigung kann darauf ausgedehnt werden, dass der Präsident zusätzlich alle registrierten und nichtregistrierten Milizen einberufen und dem Militär Industriekapazitäten unterordnen darf.cite-ref-37[37]
Truppenstärke
Chronologie
Nach dem Zweiten Weltkrieg pendelte sich die GrĂśĂe der Army bei rund 600.000 Soldaten ein. Zu Beginn des Koreakrieges wurde diese Zahl auf fast 1,6 Mio. innerhalb eines Jahres gesteigert. Nach dem Einsatz auf der koreanischen Halbinsel wurde die Truppenstärke vor dem Hintergrund des Kalten Krieges nahezu halbiert. Auf dem HĂśhepunkt des Vietnamkrieges im Jahr 1968 betrug die Stärke der Army wieder fast dieselbe wie zu Zeiten des Koreakriegs. Nach dem Vietnamkrieg blieb die Anzahl der Heeressoldaten konstant bei knapp 800.000 Soldaten. Den nach dem Zerfall der Sowjetunion einsetzenden radikalen Truppenabbau, der zur heutigen Truppenstärke fĂźhrte, konnte dagegen nicht einmal der Zweite Golfkrieg aufhalten.cite-ref-38[38]
VergrĂśĂerung
Inzwischen wächst die Kritik an der Verkleinerung der Army in der gegenwärtigen GrĂśĂenordnung. Militärs und Politiker fordern eine VergrĂśĂerung der Reserveeinheiten angesichts der wachsenden Zahl an Einsätzen und den damit einhergehenden Verlusten sowie der hohen Einsatzbelastung (englischer Begriff: OP-Tempo) als auch der Länge der Stationierungen, die die Moral der Truppen beeinträchtigen. Die Realisierung solcher Forderungen schien im Zuge der aktuellen Rekrutierungsprobleme unwahrscheinlich und wurde vom Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten abwartend beantwortet.cite-ref-39[39] Bis 2007 hatten sich die obigen Zahlenwerte stabilisiert.
Deshalb soll der radikale Truppenabbau der 1990er Jahre zumindest teilweise wieder zurĂźckgenommen werden. Bis 2013 will das Heer in einem Generalplan namens âGrow the Armyâcite-ref-40[40] in allen drei Aktivierungsstufen um 74.200 Mann wachsen, die bereits nach der neuen Heeres-Struktur aufgestellt sein werden. Die Reserve wird um 1.000, die Army National Guard um knapp 8.200 Soldaten verstärkt werden. Die restlichen 65.000 Dienstposten werden den aktiven Einheiten zugeteilt. Organisationen wie die âAssociation of the United States Armyâ, ein einflussreicher, konservativer Interessenverband, dem viele Tausend Soldaten angehĂśren, halten die VergrĂśĂerung fĂźr unzureichend und verlangen ein Wachstum auf 750.000 bis eine Million Mann. Dies soll die militärischen und sozialen Spannungen vermindern, die sich in einem gesteigerten Aufgabenspektrum und stark gestiegenen familiären Belastungen fĂźr die weltweit eingesetzte Truppe niederschlagen.cite-ref-41[41]
In zwei Durchgängen soll darßber hinaus das Gehalt der Soldaten ab dem Haushaltsjahr 2008 um 3 % und nochmals um 3,4 % erhÜht werden. Dies soll durch weitere Privatisierungen von Armeewohnhäusern sowie durch einen Anstieg des Budgets von knapp 110 Milliarden auf ungefähr 140 Milliarden US-Dollar finanziert werden.cite-ref-42[42]
Entwicklung der Truppenstärke
Die Kadetten der United States Military Academy werden nicht zur gesamten Truppenstärke gezählt, und erscheinen deshalb nach der Spalte âGesamtâ.
| Jahr | Regular Army | Army National Guard | United States Army Reserve | Gesamt | Kadetten der USMA |
|---|---|---|---|---|---|
| 2012 [ 43 ] | 546.057 | 358.078 | 201.166 | 1.105.301 | 4.561 |
| 2011 [ 44 ] | 561.437 | 361.561 | 204.803 | 1.127.801 | 4.610 |
| 2010 [ 45 ] | 561.979 | 362.015 | 205.281 | 1.129.275 | 4.669 |
| 2009 [ 46 ] | 549.015 | 358.391 | 205.297 | 1.112.703 | 4.564 |
| 2008 | 539.675 | 360.351 | 197.024 | 1.097.050 | 4.481 |
| 2007 [ 47 ] | 517.783 | 352.707 | 189.882 | 1.060.372 | 4.364 |
| 2006 | 502.790 | 346.288 | 189.975 | 1.039.053 | 4.346 |
| 2005 [ 48 ] | 488.579 | 333.177 | 189.005 | 1.010.761 | 4.149 |
| 2004 [ 49 ] | 494.291 | 342.918 | 204.131 | 1.041.340 | |
| 2003 [ 50 ] | 493.563 | 351.089 | 211.890 | 1.056.542 | |
| 2002 [ 51 ] | 484.551 | 351.078 | 206.682 | 1.042.311 | |
| 2001 [ 52 ] | 476.289 | 351.829 | 205.628 | 1.033.746 | 4.161 |
| 2000 [ 53 ] | 479.026 | 353.045 | 206.892 | 1.038.963 | 4.089 |
| 1999 [ 54 ] | 473.769 | 357.469 | 200.836 | 1.032.074 | 4.136 |
| 1998 [ 55 ] | 480.753 | 362.444 | 204.968 | 1.048.165 | 4.194 |
Vertikale Befehlsstruktur
Die vertikale Befehlsstruktur des Heeres orientiert sich grĂśĂtenteils an den fĂźr die Gesamtheit der Streitkräfte geschaffenen Institutionen. Oberbefehlshaber der Army ist wie bei allen anderen Teilstreitkräften der Präsident der Vereinigten Staaten, er bildet gemeinsam mit dem Verteidigungsminister die oberste Kommandogewalt der Vereinigten Staaten, die National Command Authority (NCA), die als einzige Institution Ăźber den Einsatz von Kernwaffen entscheidet. Die alltägliche Aufsicht Ăźber Angelegenheiten des Heeres hat das Department of the Army (Heeresressort oder -amt) innerhalb des Verteidigungsministeriums.
In seinen Strukturen orientiert es sich stark an denen der anderen Teilstreitkräfte, mit denen es in militärischer Hinsicht stets zusammenwirkt (jointness). Unterhalb der National Command Authority steht das Hauptquartier des Heeres an der Spitze der Teilstreitkraft. Es umfasst den Armeestaatssekretär (SECARM), dessen ziviles Amt Teil des Verteidigungsministeriums ist, und den Generalstabschef des Heeres (englisch: Chief of Staff of the Army, abgekĂźrzt CSA). Der SECARM und sein Apparat haben nur administrative, nicht jedoch operative Verantwortung und sind zuständig fĂźr die politische Vertretung, Personal, Budgetvergabe und die Sicherstellung aller fĂźr das Heer notwendigen Ressourcen sowie fĂźr die AuĂendarstellung. Derzeitiger Armeestaatssekretär ist seit dem 25. Februar 2025 Daniel P. Driscoll, CSA ist Randy A. George.
Generalstab
Dem Generalstab des Heeres ist der Vereinigte Generalstab der USA (Joint Chiefs of Staff, JCS) Ăźbergeordnet, in dem der Chief of Staff of the Army das Heer vertritt. Er ist zwar der ranghĂśchste Soldat der Army, wenn der Vorsitzende nicht selbst zur Army gehĂśrt, Ăźbt jedoch keine operative Kommandogewalt aus. Diese liegt bei den Kommandeuren der Unified Combatant Commands, die nicht den Vereinigten Stabschefs und ihrem Vorsitzenden unterstehen, sondern direkt der National Command Authority.
Darßber hinaus sind im Generalstab ein Sonderberater des Armeestaatssekretärs (Special Assistant to the Secretary of the US Army, derzeitiger Amtsinhaber: Mark F. Averill), ein Stellvertretender Generalstabschef sowie der Sergeant Major of the Army (SMA, der ranghÜchste Feldwebeldienstgrad der US Army) vertreten. Der SMA ist ein in der gesamten Teilstreitkraft einzigartiger Dienstposten. Vor diesem Hintergrund hat dieser die Aufgabe, sich im Generalstab fßr die Belange der Unteroffiziere und Mannschaften einzusetzen und den Zustand und die Stimmung bei der Truppe fßr die Spitzen der Befehlsgewalt zu vermitteln. Derzeitiger Dienstposteninhaber ist seit 2023 SMA Michael R. Weimer.cite-ref-56[56]
Operative Ebene
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Hauptartikel
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Verbände der US Army
Die Befehlskette
| Ebene | Kommandeur | besteht aus / Anzahl Soldaten |
|---|---|---|
| Armee ( Army ) | General | zwei bis fĂźnf Korps |
| Korps ( Corps ) | Lieutenant General | zwei oder mehr Divisionen / 30.000+ |
| Division | Major General | vier bis sechs Brigaden / 15.000â20.000 |
| Brigade / Gruppe | Brigadier General / Colonel | sechs bis sieben Bataillone / 3300â3900 [ 57 ] |
| Bataillon ( Battalion ) / Eskadron ( Squadron ) | Lieutenant Colonel | zwei bis sechs Kompanien / 300â1000 |
| Kompanie ( Company ) / Batterie ( Battery ) | Captain | zwei bis sechs ZĂźge / 100â300 |
| Zug ( Platoon ) | 2nd / 1st Lieutenant | zwei oder mehr Gruppen / 30â40 |
| Gruppe ( Squad ) | Staff Sergeant | zwei oder mehr Fire teams / 8â12 |
| Trupp ( Fire team ) | Corporal | vier bis fĂźnf Soldaten |
Die US Army ist auf der operativen Ebene in verschiedene Verbände strukturiert (vom grĂśĂten zum kleinsten):
Korps
Der grĂśĂte Kampfverband der US Army ist das Korps; grĂśĂere Verbände (armies) sind laut derzeitiger Doktrin rein administrativer Natur. Anders als die anderen Verbände sind sie nicht fester Teil der Hierarchie, sondern werden daher nach Auftragslage zusammengesetzt, was in der Praxis immer von einigen âStammeinheitenâ ausgehend geschieht. Dies erleichtert aufgrund der eingegrenzten Aufgaben eine schnellere und einfachere strategische Planung. Die Korps sind zwar an ihr Operationsgebiet angepasst, verfĂźgen jedoch grundsätzlich Ăźber die Fähigkeit, militärische Aufgaben aller Art Ăźber einen längeren Zeitraum hinweg auszufĂźhren. Bis auf das in Ansbach stationierte V. Korps haben alle anderen Abteilungen ihre Hauptquartiere in den USA. Derzeit verfĂźgt das Heer Ăźber vier Korps, die aufgabenbezogene, geläufige Spitznamen fĂźhren:
| | Das I Corps ist in Fort Lewis , Washington , stationiert. Die mehrdeutige Aussprache des Zeichens â I â in der englischen Sprache hat dazu gefĂźhrt, dass diese in Bezug auf die Aufgabe des Korps als Eye Corps (sinngemäĂ: âsehendes Korpsâ) verstanden wird. Es bildet die strategische Eingreifreserve des Regionalkommandos Pacific Command , welches fĂźr den pazifischen und sĂźdostasiatischen Raum zuständig ist. |
|---|---|
| | Das III Corps in Fort Cavazos , Texas , wird mit verschiedenen Spitznamen wie Phantom Corps (âPhantomkorpsâ), Americaâs Hammer (âHammer Amerikasâ) oder vor allem Counterattack Corps (âKorps fĂźr den Gegenangriffâ) bezeichnet. Diese Spitznamen sind eine Anspielung auf seine relativ freie VerfĂźgbarkeit im Gegensatz zu den geographischen gebundenen anderen Korps und auf seine ehemalige, exklusive Zusammensetzung aus gepanzerten Verbänden. Es ist der Theorie nach fĂźr Entlastungsangriffe vorgesehen. Dem Korps sind die 1st Infantry Division , 1st Cavalry Division und die 4th Infantry Division unterstellt. |
| | Das XVIII Airborne Corps mit Stationierungsort in Fort Bragg , North Carolina fungiert als schnelle Eingreiftruppe . Es trägt die umgangssprachliche Bezeichnung Contingency Corps , was sinngemäà ßbersetzt so viel wie âdas Korps fĂźr alle Fälleâ oder âNotfallkorpsâ bedeutet. Dem Korps sind die 3. US-Infanteriedivision , die 10. US-Gebirgsjägerdivision , die 82. US-Luftlandedivision und die 101. US-Luftlandedivision unterstellt. |
| | Das V. Corps wurde im Jahr 2020 reaktiviert. Im April 2022 wurde das Hauptquartier nach Ansbach in Mittelfranken verlegt. Dort ist es in die ehemalige Grundschule der Bertone Barracks eingezogen. Der Standort zeichnet sich durch die Nähe zum Luftwaffenstßtzpunkt Katterbach und zum Militärflugplatz Illesheim aus. Auf dem NATO-Gipfel Ende Juni 2022 in Madrid verkßndete Präsident Joe Biden , dass in Polen ein neuer US-Militärstandort geschaffen werde, in dem dann auch das Hauptquartier des V. Corps untergebracht werden soll. |
Anordnung und rĂśmische Zahlengebung rĂźhren direkt aus dem Zweiten Weltkrieg her, was der Traditionspflege dient. Zu jener Zeit verfĂźgten die USA Ăźber bis zu dreiĂig Heereskorps. Insgesamt hat die Korpsebene durch die Transformation stark an Bedeutung verloren. Durch unterschiedliche Anwendung innerhalb der Army hat die Präzision des Begriffs abgenommen. So wurden im Sezessionskrieg teilweise bereits Verbände von mehr als 20.000 Mann als Corps bezeichnet. Tendenziell waren dabei die Corps des Nordens kleiner als die des SĂźdens, was sich mit zunehmender Dauer des Krieges änderte. Hinzu kommt die Verwendung des Begriffs als interne, begrenzte Berufsgruppe wie zum Beispiel das United States Army Corps of Engineers, was wiederum dem Begriff Korpsgeist am nächsten kommt (siehe auch den folgenden Abschnitt âWaffengattungenâ).
Divisionen und Brigaden (Combat Brigade Teams)
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Hauptartikel
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Selbständige Kampfverbände der United States Army
Die US Army ist in Divisionen unterteilt. Im Jahre 2003 hatte die Army zehn aktive und acht Reservedivisionen mit jeweils 13.000 bis 18.000 Soldaten. Diese Anzahl ist nach Bedarf erweiterbar. Eine Division in der Army umfasst alle Einheiten, die ihre Operationsfähigkeit sicherstellen; eine Division ist somit von anderen Divisionen oder Einheiten prinzipiell unabhängig. Jede Division soll ßber vier Kampfbrigaden, mindestens eine Heeresflieger-Brigade und ein Stabsbataillon verfßgen.cite-ref-58[58] Durch die Einfßhrung von drei neuen standardisierten Typen von Kampfbrigaden (Brigade Combat Teams), der schweren Kampfbrigade (Heavy Brigade Combat Team [HBCT]), der mechanisierten Infanteriebrigade (Infantry Brigade Combat Team [IBCT]) und der Stryker-Radpanzerkampfbrigade Stryker Brigade Combat Team (SBCT), einer innerhalb von 96 Stunden luftverlegbaren Spezialbrigade mit bis zu 300 Radpanzern vom Typ Stryker, hat die Army erreicht, dass alle Kampfbrigaden des gleichen Typs der einzelnen Divisionen einander stets in Aufbau, Ausrßstung und Kampfkraft gleichen. Fßr den Einsatz werden ihnen zusätzliche Unterstßtzungsbrigaden von ßbergeordneten Kommandostellen unterstellt.
Regiment
Regimenter spielen in der Struktur der US Army in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nur noch eine untergeordnete Rolle. Mit Einfßhrung des Regimentssystem der United States Army, 1981 haben diese weder einen Kommandeur noch einen Stab, sondern dienen der Bindung des Soldaten an das einzelne Regiment und der Fortfßhrung dessen Tradition. Ein Regiment besteht aus vier bis sechs Bataillonen. Die einzelnen Bataillone eines Regiments kÜnnen durch verschiedene Brigaden oder Divisionen gefßhrt werden und sind lediglich durch eine gemeinsame Tradition verbunden.
Bataillon
Ein Bataillon (bei Heeresfliegern Staffel, bei Kavallerieeinheiten (Panzer) Squadron, dt. Schwadron) besteht aus zwei bis sechs Kompanien mit einer Personalstärke von 300 bis 1000 Mann und wird von einem Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) gefßhrt.
Kompanie
Eine Kompanie (bei Artillerie Battery, dt. Batterie, bei Kavallerieeinheiten Troop) setzt sich normalerweise aus sechs Zßgen (Platoons) (bei Artillerie, Spezialeinheiten und Heeresfliegern auch weniger, bei Versorgungseinheit bis zu acht) zusammen, hat eine Personalstärke von 100 bis 300 Soldaten und wird in der Regel von einem Captain (Hauptmann) gefßhrt.
In der Panzertruppe hat diese Teileinheit vier Fahrzeuge, bei der Infanterie besteht sie ßberwiegend aus vier Neun-Mann-Squads (Trupps), die sich aus drei Schßtzengruppen und einer Waffengruppe zusammensetzen. Die Personalstärke beträgt zwischen 30 und 40 Soldaten, bei einigen Spezialeinheiten bis zu lediglich zwÜlf Soldaten, z. B. bei den Green Berets.
Squad (dt. Gruppe)
Die Squad ist die kleinste Teileinheit, auf der alle grĂśĂeren aufbauen. Sie besteht meist aus zwei fire teams, wird von einem Sergeant oder Staff Sergeant gefĂźhrt und ist gegebenenfalls mit einer Panzerabwehr-, seltener einer Flugabwehrwaffe ausgerĂźstet.
Fire team (dt. Trupp)
Das Fire team ist das Grundelement der operativen Planung und besteht aus zwei GewehrschĂźtzen, einem MaschinengewehrschĂźtzen oder einem Grenadier und wird von einem Unteroffizier, meist im Rang eines Corporal gefĂźhrt. Diese Teileinheit bildet die Grundlage der US-amerikanischen Bodenkampfdoktrin und soll schnell, mobil einsetzbar und kurzfristig ohne jegliche UnterstĂźtzung einsatzfähig sein. Dieser Extremfall bleibt in der Planung jedoch nur den Einheiten des US Special Operations Command vorbehalten und betrifft die regulären Einheiten im Gefecht selten. Häufiger eingesetzt wird das Fire team fĂźr passive Aufgaben wie beispielsweise Patrouillen und ähnliches. Auch wenn das Fire team Planungsgrundlage ist und eine Einheit der US Army selbst in Unterzahl durch ihre moderne AusrĂźstung den meisten Gegnern gewachsen ist, wird in der Planung meist auf Ăberzahl gesetzt.
Dies passt in die politische Strategie der Army, da kleine Verlustzahlen den politischen Druck auf die US-Regierung abschwächen sollen. Zu berßcksichtigen sind hierbei jedoch die im Vergleich zu anderen Nationen sehr hohen finanziellen Mittel, die die Army in die Ausrßstung und Ausbildung jedes einzelnen Soldaten investiert. Das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten hat die Army gegen Ende des 20. Jahrhunderts immer stärker modular aufgebaut. Das bedeutet, dass verschiedene Einheiten anderen zugeordnet werden kÜnnen, ohne eine zwingende Umstrukturierung fßr unterschiedliche Einheiten erforderlich zu machen. Dieses Konzept kam der neuen Doktrin der Transformation zugute und wurde im Jahr 2003 während des Irakkrieges zum ersten Mal angewendet. Kurz vor dem Einmarsch konnte auf diese Weise eine ganze Brigade aufgeteilt werden, da ihr Vormarsch als Verband die Kampftruppen verlangsamte und die Versorgungseinheiten gefährdete. Ein Soldat der US Army wird mit Soldier angesprochen, wobei dieses Wort als Anrede groà geschrieben wird.
Dienstgrade
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Dienstgrade der Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Kleine Auswahl an Dienstgraden
Kommandostruktur und Informationsfluss
Mit Einsetzen der Transformation wurde im Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten eine neue Doktrin erarbeitet, die kämpfenden Einheiten untereinander und mit zur Verfßgung stehenden Informationen, zum Beispiel von Nachrichtendiensten und Aufklärung verbinden soll. Das Ergebnis war Network Centric Warfare, die totale Vernetzung aller am Kampf beteiligten Elemente. An einem praktischen Beispiel erklärt bedeutet dies, dass ein Geheimdienst nicht erst mit einem Kommando Kontakt aufnehmen muss, welches dann ßber mehrere Soldaten in der Hierarchie eine Ausschaltung eines Ziels anordnet, sondern dass alle Aufklärungseinheiten alle verfßgbaren Informationen in eine von mehreren Stellen abrufbare Datenbank eingeben, worauf Einheiten eigenständig reagieren kÜnnen. Faktisch bedeutet dies eine Annäherung an die Auftragstaktik.
Horizontale FĂźhrungsstruktur
Die Army ist in zwÜlf Major Commands (deutsch: Oberkommanden) strukturiert. Diese ßbernehmen jeweils klar abgegrenzte Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig. Sie unterscheiden sich in Heereskommanden und Army Service Component Commands, das sind Kommandostellen, die den ßbergeordneten Unified Combatant Commands unterstehen. Es existieren neun Army Service Component Commands, die sich in fßnf regionale und drei funktionale Kommanden teilen. Die MAJCOMs sind zu unterscheiden von den Direct Reporting Units (deutsch: direkt unterstellte Einheiten), die zwar ebenfalls zu den hohen Kommandostrukturen zählen, jedoch nur auf der Divisionsebene angesiedelt sind und keinem Major Command unterstehen. Stattdessen sind diese Kommandostellen direkt dem Chief of Staff of the Army und seinem Hauptquartier unterstellt.
Army Service Component Commands
Die US Army ist vollständig in das System der Unified Combatant Commands (UCC) des US-Verteidigungsministeriums integriert. Die Heeresunterabteilungen der UCC heiĂen Army Service Component Commands (ASCC). Dementsprechend verfĂźgt die US Army Ăźber fĂźnf Regional- und vier Funktionalkommanden. Die Standorte der Kommandoeinrichtungen sind demgegenĂźber Ăźberwiegend dezentral und sind damit nicht notwendigerweise am selben Standort wie die UCC stationiert.
Regionalkommanden
Die ASCC-Komponente des US Southern Command (SOUTHCOM) ist die United States Army South (USARSOUTH) Sie ist verantwortlich fßr sämtliche Aktivitäten des Heeres in Lateinamerika und in Fort Sam Houston stationiert.
Die 3. US-Armee fungiert als US Army Forces Central Command (USARCENT) und ist die bekannteste Regionalkomponente. Sie befehligte die Vorgängertruppe der Multinational Force Iraq als Coalition Forces Land Component Command (CFLCC). Die 3. US-Armee ist auf dem Stßtzpunkt Fort McPherson im Bundesstaat Georgia stationiert.
Die United States Army North (USARNORTH; ehemals 5. US-Armee) ist dem US Northern Command (NORTHCOM) unterstellt. Standort ist Fort Sam Houston im US-Bundesstaat Texas.
Die United States Army Pacific (USARPAC) ist in Fort Shafter auf Hawaii stationiert. Dort versieht sie ihren Dienst als Landkomponente des United States Pacific Command.
Zwei ASCC haben die Besonderheit, Teilkommando der Unified Combatant Commands und gleichzeitig militärischer GroĂverband zu sein.
Die 7. US-Armee fungiert als US Army Europe (USAREUR) und ist als Landkomponente des US European Command (USEUCOM) und ist in den Lucius D. Clay Barracks in Wiesbaden stationiert.
Die 8. US-Armee (EUSA) ist Teil der zuständigen Kommandostelle fßr alle US-Truppen in Sßdkorea, den US Forces Korea (USFK) und in Yong Son (Yongsan Army Garrison) bei Seoul stationiert. Sie untersteht operativ dem Kommandeur des US Pacific Command, ist aber territorial an den Raum der koreanischen Halbinsel gekoppelt. Das bedeutet, dass der Kommandeur PACOM diese Streitkräfte nur dort einsetzen und dislozieren darf.
Funktionalkommanden
Das US Army Forces Command (FORSCOM) ist die US Army-Komponente des US Joint Forces Command (USJFCOM) und in Fort McPherson stationiert.
Das United States Army Space and Missile Defense Command (SMDC/ARSTRAT) ist Teil des US Strategic Command (STRATCOM). Es ist in Arlington County, Virginia, beheimatet.
Das bei weitem bekannteste ASCC des Heeres, eine Teilkomponente des United States Special Operations Command (SOCOM), ist das United States Army Special Operations Command (USASOC), zu dem die Green Berets, das 75th Army Ranger Regiment und das 160th SOAR gehĂśren. StĂźtzpunkt des USASOC ist Fort Bragg in North Carolina.
Das United States Army Military Surface Deployment and Distribution Command (SDDC) ist die Heereskomponente des US Transportation Command (TRANSCOM) in Fort Eustis bei Newport News (Virginia).
Heereskommanden
Neben den Army Service Component Commands verfßgt das Heer der USA ßber eigene KommandobehÜrden und Koordinationsstellen, die den eigenen Bedßrfnissen angepasst sind. Die anderen Teilstreitkräfte koordinieren deren Aufgaben in anderen Strukturen. Sie werden alle von Vier-Sterne-Generälen kommandiert und sind wie die UCC auf Heeresgruppenebene beziehungsweise Oberkommandoebene angesiedelt.
Das United States Army Materiel Command (AMC) koordiniert die Beschaffung, Bereitstellung und Versorgung von Heereseinheiten mit Material, Waffen und Nachschub aller Art. Es ist in Fort Belvoir, Virginia, angesiedelt.
Fßr die Entwicklung neuer Strategien, Taktiken und Doktrinen ist das US Army Training and Doctrine Command (TRADOC) zuständig. Weiterhin steuert und ßberwacht es die Aus- und Weiterbildung im Heer. Das TRADOC ist seit 1973 in Fort Monroe, Virginia, untergebracht.
Das United States Army Forces Command (FORSCOM) ist die grĂśĂte Kommandoeinrichtung des Heeres. Sein Kommandeur stellt in Personalunion den Kommandeur der US Army North. FORSCOM verfĂźgt Ăźber eine breite Aufgabenpalette, da es den Auftrag hat, in mĂśglichst kurzer Zeit kampfbereite Verbände bereitzustellen. Daher sind in der Nähe seines Standortes Fort McPherson in Georgia Kommandoeinrichtungen der Reserve und der National Guard untergebracht, die mit der Aktivierung von Reserveverbänden beauftragt sind.
Direct Reporting Units
Direct Reporting Units sind Oberkommanden auf Divisionsebene und unterstehen nicht den Major Commands, sondern sind direkt dem Generalstab der Army unterstellt.
Das US Army Intelligence and Security Command steuert die vielfältigen nachrichtendienstlichen Aktivitäten der Army. Zusammen mit ähnlichen Oberkommanden ist INSCOM im Central Security Service, einer kryptographischen Abteilung der NSA, integriert. Standort ist Fort Belvoir im Bundesstaat Virginia.
Fßr die Strafverfolgung innerhalb der Teilstreitkraft ist das US Army Criminal Investigation Command zuständig. Criminal Investigation Command (CIC) ähnelt in seiner Funktion dem NCIS der Marine und ist ebenfalls in Fort Belvoir, Virginia, beheimatet.
Das Pionierkorps des Heeres mit Sitz in Washington D.C. ist das US Army Corps of Engineers (USACE). Es ist stark in den Zivilschutz in den Vereinigten Staaten integriert. Neben seinen vorrangig militärischen Aufgaben wie der Errichtung und Wartung militärischer Einrichtungen baut und inspiziert das Corps of Engineers BrĂźcken, StraĂen und Staudämme in allen Landesteilen der Vereinigten Staaten. Dazu ist es in neun regionale Untergliederungen eingeteilt, von denen eine im Jahre 2005 speziell fĂźr den Auslandseinsatz im Nahen Osten aufgestellt wurde.
Diverse medizinische Kommanden sind im US Army Medical Command (MEDCOM) zusammengefasst. Es betreut und befehligt die diversen Untergliederungen fßr gewÜhnliche medizinische Versorgung (US Army Medical Corps), fßr gravierende medizinische Erkrankungen (US Army Medical Specialist Corps), fßr Dentalversorgung (US Army Dental Corps), das Veterinärkorps (US Army Veterinary Corps), das Krankenpflegerkorps (US Army Nurse Corps) sowie das Korps fßr den Sanitätsdienst (US Army Medical Service Corps). Das Hauptquartier befindet sich in Fort Sam Houston, Texas.
Waffengattungen
Neben der hierarchischen Struktur existiert in der US Army eine Gliederung nach Waffengattungen, die drei Kategorien umfasst. Sie tragen zumeist die Bezeichnung Corps, was in diesem Fall als Sammelbegriff und nicht als ordnender Begriff dient. Im Folgenden werden Beispiele angegeben:
1. Bewaffnete Einheiten/Combat Arms: Infanterie, Panzer (in der Army-Struktur integriert in die Infanteriedivisionen), Artillerie, Special Operations Forces
2. KampfunterstĂźtzungseinheiten/Combat Support Arms: Military Police Corps, US Army Signal Corps
3. Versorgungseinheiten/Combat Service Support: Judge Advocate Generalâs Corps, Finanzdienstleistungseinheiten, Nurse Corps
Auslandseinsätze und -stationierungen
Die US Army unterhält StĂźtzpunkte in aller Welt. Im Jahre 2005 waren 335.590 Soldaten des gesamten Heeres in 120 Ländern der Welt stationiert,cite-ref-59[59] davon waren 215.000 auf Dienstreisen oder im Ausland eingesetzt. Die grĂśĂten Kontingente der aktiven Einheiten sind (Dez. 2011; Zahlen gerundet):cite-ref-60[60]
⢠Operation Enduring Freedom: 68.100 Soldaten
⢠Operation New Dawn (Irak): 18.400 Soldaten (inkl. Reservisten/Nationalgarde)
Die grĂśĂten dauerhaften Auslandskontingente sind wie folgt verteilt:
⢠Europa: 42.000 Soldaten, davon 38.000 auf deutschem, 3.200 auf italienischem, 340 auf britischem und 173 auf niederländischem Territorium
⢠Ostasien: Sßdkorea: nicht angegeben, Japan: 2.500 Soldaten
⢠CENTCOM-Gebiet, mit Ausnahme der beiden GroĂeinsätze: 770 Soldaten, grĂśĂtenteils in Katar, Ăgypten und Saudi-Arabien
Das europäische Hauptquartier der US Army (US Army Europe, USAREUR) ist in der Clay Kaserne in Wiesbaden,cite-ref-61[61] deren Ăźbergeordnete Kommandoeinheit ist das US European Command (USEUCOM) in Stuttgart. Die Stationierung in Stuttgart hat sich in vielerlei Hinsicht als vorteilhaft erwiesen, wodurch sie trotz aller StandortschlieĂungen der letzten Jahre bestehen bleibt.cite-ref-62[62]cite-ref-63[63]
Rekrutierung und Ausbildung
Rekrutierung
Die US Army unterhält weltweit Rekrutierungsstellen, neben denjenigen in den USA weitere in Japan, Korea, Europa sowie auf Guam und Samoa. Die juristischen Voraussetzungen fĂźr die Einstellung von Mannschaftsdienstgraden sind die US-amerikanische StaatsbĂźrgerschaft oder eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis bei voller Gesundheit und einer guten kĂśrperlichen Verfassung. Der Rekrut darf das Alter von 34 Jahren nicht Ăźberschritten haben (39 Jahre fĂźr die Reserve) und muss einen guten Leumund vorweisen (â[âŚ] to be in good moral standing/to be of good moral character [âŚ]â). Bei vorliegenden Straftaten wird Ăźber den Einzelfall entschieden. FrĂźher zeigte sich die Army nicht so tolerant gegenĂźber Vorstrafen wie die Ăźbrigen US-Streitkräfte. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre, bis 18 ist die Einwilligung der Eltern erforderlich.
Die US Army betreibt diverse Programme, die einem potenziellen Rekruten den Einstieg erleichtern sollen, wie zum Beispiel das âBuddy Programâ, bei dem zwei befreundete Personen, die wegen der Zuteilung und Unterbringung gleichen Geschlechts sein mĂźssen, zur selben Rekrutierungsbrigade gelangen. Weiterhin besteht die MĂśglichkeit, sich bis zur Erlangung eines Schul- oder akademischen Abschlusses zurĂźckstellen zu lassen. Je nach Qualifikation werden Universitätsabsolventen bevorzugt damit geworben, mit einem hĂśheren Dienstgrad sowie mit einer Einstiegsprämie von $ 20.000 (umgerechnet knapp ⏠16.400) eingestellt zu werden.cite-ref-64[64]
Unter Kritik geraten häufig die offensiven Anwerbemethoden der Army-RekrutierungsbĂźros. Die Palette reicht dabei vom Unterrichts- und Vorlesungsbesuch Ăźber gezieltes Ethno-Marketing hin zum âCold Callâ, dem Ăźberraschenden Werbeanruf der Zielperson. Dabei wird der Army die Ausnutzung des meist geringen Einkommens oder der Perspektivlosigkeit der Zielpersonen und -gruppen sowie die Verschleierung des Berufsrisikos vorgeworfen. Die Army und BefĂźrworter dieser Praktiken fĂźhren hingegen die Eigenverantwortung der Zielpersonen an.
Auch Computerspiele (Werbespiele) werden zu Rekrutierungszwecken eingesetzt. Inzwischen werden sie auch extra fĂźr die Army entwickelt (siehe Abschnitt Computerspiele).
BĂźrgerrechtsbewegungen, Studenten und linksgerichtete Gruppierungen äuĂern sich kritisch Ăźber die Drohung der Army, allen Schulen und Universitäten FĂśrdermittel des Bundes entziehen zu lassen, sollten diese den Rekrutierern den Zugang zu den Lehrsälen verweigern.cite-ref-65[65] Die Rechtsgrundlage dieser Praxis ist Sektion 9528cite-ref-66[66] des No Child Left Behind Act.
Das Ăbertreten der Grenze zu Mexiko durch ein Werbeteam der Army im Mai 2005 verursachte einen diplomatischen Zwischenfall mit Mexiko. Der Direktor der Schule wies die Werber ab und protestierte direkt in Washington.cite-ref-67[67]
Während der Zeit des Einsatzes im Irak und in Afghanistan erfuhr die Army einen massiven Rekrutenrßckgang, der sie wegen ihrer direkten Konfrontation mit ihren Gegnern von allen Streitkräften am stärksten betraf. Kongressberichten zufolge verlief die Personalrekrutierung ungefähr seit 2006 zwar erfolgreich, vor einer sinkenden Qualität der Bewerber und vor einer mÜglichen Kostenexplosion wurde jedoch weiterhin gewarnt.cite-ref-68[68] Aufgrund der Verluste im Irak und Afghanistan und der damit einhergehenden Probleme, Rekruten zu werben, wurde entgegen der frßheren Praxis vermehrt auf Vorbestrafte und Kriminelle gesetzt.cite-ref-69[69] Bei der Army war laut Presseberichten deren Anteil um ein Viertel gestiegen (2006: 8.129, 2008: 10.258). Bedingt durch die Auswirkungen der Finanzkrise und in deren Folge dem Anstieg an Bewerbern bei der Army, haben sich die Anforderungen an die Rekruten mittlerweile aber wieder deutlich erhÜht.cite-ref-70[70]
Die gesetzlichen Vorschriften gewähren der Army die MÜglichkeit, einen begrenzten Anteil (bis zu 35 %) von Rekruten ohne High-School-Abschluss aufzunehmen,cite-ref-71[71] sofern die ßbrigen persÜnlichen Voraussetzungen erfßllt werden. Der tatsächliche Anteil liegt jedoch weit darunter.
Ausbildung
| Herkunft des Rekruten | Ausbildungsort des Rekruten | Name der ausbildenden Einheit |
|---|---|---|
| NordĂśstliche USA | Fort George G. Meade , Maryland | 1st Recruitment Brigade |
| SĂźdĂśstliche USA | Forest Park, Georgia | 2nd Recruitment Brigade |
| SĂźdliche USA und Mittlerer Westen | San Antonio , Texas | 5th Recruiting Brigade |
| NĂśrdliche USA | Fort Knox , Kentucky | 3rd Recruiting Brigade |
| Westliche USA | Las Vegas , Nevada (ab inklusive Montana , Wyoming , Colorado und New Mexico westwärts) | 6th Recruiting Brigade |
Im Zuge der RationalisierungsmaĂnahmen Anfang der 1990er Jahre wurde die 4th Recruitment Brigade, die ihren Sitz in Fort Sheridan, Illinois, hatte, im Jahre 1992 aufgelĂśst. Ihre Ausbildungsbataillone wurden den 2. und 5. Rekrutierungsbrigaden zugewiesen.cite-ref-72[72] Insgesamt gibt es je nach Jahrgang zwischen 40 und 43 Ausbildungsbataillone.
Rekruten von auĂerhalb der USA werden der 1st Recruitment Brigade zugerechnet.
Die Grundausbildung, basic training genannt, dauert neun Wochen. Der genaue Ablauf ist der Webseite der US Armycite-ref-73[73] zu entnehmen.
Im Jahr 1994 wurde die Geschlechtertrennung bei der Ausbildung aufgehoben. 1996 ereignete sich auf der Aberdeen Proving Ground in Maryland ein Vorfall, bei dem mehrere weibliche Rekruten Ausbilder beschuldigten, sie im Zuge ihrer Ausbildung sexuell genĂśtigt zu haben.cite-ref-74[74] Sie behaupteten, dass die Ausbilder ihre noch bestehende Unsicherheit, was die Army anbelangte, ausgenutzt hätten.cite-ref-75[75] Daraufhin ging eine Welle von ähnlichen Beschwerden ein. Ăberlegungen, die Ausbildung wieder nach Geschlechtern zu trennen, entgegnete die Army mit einer umfassenden Untersuchung auf 30 ihrer Einrichtungen weltweit.cite-ref-76[76]
Der Sonntag war in Ausbildungseinheiten bis Januar 2004 ein Tag, an dem die Ausbildung â an den anderen Tagen gemessen â nur begrenzt durchgefĂźhrt wurde. Im Januar 2004 wurde das Niveau des Sonntagstrainings dem während der Woche Ăźblichen Niveau angeglichen. Grund hierfĂźr war die Absicht, den Herausforderungen im Irak und in Afghanistan besser gerecht zu werden, ohne die Grundausbildung verlängern zu mĂźssen. Der Häuserkampf sowie die Reaktion auf diverse Guerilla-Taktiken wurden in das Trainingsprogramm aufgenommen.cite-ref-77[77]
ManĂśver und TruppenĂźbungen
Alle Einheiten der US Army sind zur DurchfĂźhrung regelmäĂiger Ăbungen verpflichtet, die theoretisch Ăźberall, Ăźberwiegend jedoch auf armeeeigenem Gelände stattfinden, mit dem der GroĂteil der Einheit nicht vertraut ist. Zentrale ManĂśvergebiete werden regelmäĂig genutzt, wie das Joint Readiness Training Center (JRTC) in Fort Johnson, Louisianacite-ref-78[78] und das National Training Center (NTC) in Fort Irwin, Kalifornien, dem modernsten Ăbungszentrum fĂźr Panzerkampf der Welt.
In Europa stehen die Truppenßbungsplätze GrafenwÜhr fßr die Ausbildung mit scharfer Munition im Joint Multinational Training Center (JMTC) und in Hohenfels zum FeindmanÜvertraining im Joint Multinational Readiness Center (JMRC) zur Verfßgung.
Daneben werden jährliche regionale ManĂśver durchgefĂźhrt, bei der vornehmlich die einzelnen Divisionen, die in Deutschland stationiert sind, gegeneinander antreten. Diese wurden bis 1989 im sehr groĂen Rahmen abgehalten und nannten sich bis dahin Return of Forces to Germany (REFORGER). Damals wurden ganze Divisionen aus den USA zur fiktiven UnterstĂźtzung gegen den Feind eingeflogen. So wurden zur Verstärkung des damaligen V. Korps der US Army (stationiert in Frankfurt am Main) mit der 3. US-Panzer- und der 8. US-Infanteriedivision die 2. US-Panzerdivision eingeflogen. Bei dieser GroĂĂźbung simulierte das VII. Korps (stationiert in Stuttgart) mit der 1. US-Panzer- und der 3. US-Infanteriedivision, das von der 1. US-Infanteriedivision unterstĂźtzt wurde, die Truppen des Warschauer Paktes. Mit diesen umfangreichen ManĂśvern wollte die US-Regierung ihre Entschlossenheit zur UnterstĂźtzung des NATO-Partners Deutschland im Falle eines sowjetischen Angriffs demonstrieren.
AusrĂźstung
Häufigen Bekundungen und interner Doktrin gemäà stßtzt sich die Kampfkraft der US Army auf einen bestmÜglich ausgerßsteten und ausgebildeten Soldaten. Deswegen konzentriert sie sich wie keine andere Teilstreitkraft der Welt auf technische, moralische und natßrliche Verbesserungen am individuellen Soldaten. Diese Entwicklung hat jedoch die Kriegfßhrung der US Army stetig und ßberproportional verteuert.
Die Ăberzeugung, dass small wars im 21. Jahrhundert dominierend sein werden, spiegelt sich in der Waffenentwicklung fĂźr das Heer der USA wider. Bereits während der Transformation setzte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten in der RĂźstungsindustrie einen Wettbewerb in Gang, deren Ergebnis die KriegfĂźhrung am Boden vor allem in technischer Hinsicht vernetzen und beschleunigen soll. FĂźr diesen Einsatzzweck konzipierte AusrĂźstung soll ab 2010 verstärkt zum Einsatz kommen, wobei einige Ausschreibungen noch weiter in die Zukunft gerichtet sind. Eine sofortige und gleichzeitig zur Heeresreform einsetzende Neubewaffnung wĂźrde laut Aussage des Verteidigungsministeriums den Aktualitätsbezug der Army gefährden und den Strukturwandel verzĂśgern. Aus diesen GrĂźnden soll die neue AusrĂźstung erst nach und nach eingefĂźhrt werden.
Der hohe strategische Anspruch der United States Army bringt groĂe Vorteile mit sich, verstärkt jedoch existenzielle Probleme im Vergleich zu anderen Heeren. Ihre weltumspannende Präsenz setzt die ständige VerfĂźgbarkeit von Nachschub in allen Teilen der Welt voraus. Versorgungsflotten, Maritime Prepositioning Ships genannt, liegen im Persischen Golf und auf Diego Garcia jederzeit auslaufbereit vor Anker.
InfanterieausrĂźstung
Die Army hat in den 1980er Jahren begonnen, den als Ordonnanzwaffe in Gebrauch befindlichen Colt M1911 durch die von der Firma Beretta entwickelte 92FS zu ersetzen, die in den Vereinigten Staaten in Lizenz hergestellt wird. Vorausgegangen war ein umfangreiches Ausschreibungsverfahren, an dem renommierte Waffenhersteller beteiligt waren. Dennoch ist der Colt aufgrund seines Ăźber das Militär hinausreichenden exzellenten Rufs teilweise weiterhin in Gebrauch. Spezialeinheiten nutzen daneben Modelle der Typen SIG Sauer P228 (kompakte Version der P226) und HK MK23. Mitte der 2010er Jahre planten die Streitkräfte, die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Dienstpistole Beretta 92, die das Ende der Lebensdauer erreichte, mit einem neuen Modular Handgun System (MHS) zu ersetzen und zu diesem Zweck rund 500.000 neue Pistolen zu beschaffen.cite-ref-79[79] Am 19. Januar 2017 erhielt SIG Sauer den Auftrag und wird mit ihrem Modell SIG Sauer P320 zwischen 2017 und 2027 in ihrem Werk Rockingham County im US-Bundesstaat New Hampshire die Produktion fĂźr die US-Streitkräfte aufnehmen.cite-ref-80[80] Insgesamt umfasst der Auftrag allein fĂźr die US Army rund 280.000 StĂźck sowie weitere 212.000 StĂźck fĂźr die weiteren Teilstreitkräfte im Umfang von rund 580,2 Millionen US-Dollar einschlieĂlich Munition und ZubehĂśr.cite-ref-81[81]
Das universell verwendete Sturmgewehr des Heeres ist wie bei allen anderen Teilstreitkräften das M16 in der vierten Generation (M16A4). FĂźr den Einsatz auf begrenztem Raum wie in beengtem Umfeld, dem Häuserkampf oder innerhalb von Fahrzeugen dient dessen Kurzvariante, die M4, mit der die meisten Infanterieeinheiten ausgestattet sind und die bei der Truppe die beliebteste Waffe ist.cite-ref-82[82] Einheiten des United States Army Special Operations Command, die Zugriff auf Waffen auĂerhalb der normalen AusrĂźstungslinie haben, bewerten Konkurrenzprodukte wie die HK 416 sowie bei den Maschinenpistolen die HK MP5 und die HK MP7 hingegen als zuverlässiger.
Das M16 sollte zu Zeiten des Vietnamkriegs das M14 ersetzen. Die Verwendung einer zu schwachen Treibladung der damals gebräuchlichen 5,56-mm-Patrone und eines minderwertigen WaffenĂśls sowie am Anfang das Fehlen eines Waffenreinigungsgeräts â dieses meinte man bei einem Gasdrucklader nicht zu brauchen â brachte dem Gewehr jedoch schnell einen zweifelhaften Ruf der Unzuverlässigkeit ein, den es bis heute trotz verbesserter Nachfolgeversionen nie vollständig verloren hat.
Im Krieg gegen den Terrorismus gab es häufige Berichte von Kampfeinheiten, dass das Kaliber der M16 nicht durchschlagskräftig genug sei. Dadurch verschärfte sich die Dringlichkeit einer neuen Waffe, sodass sie das Projekt OICW beschleunigt wurde. Durch das Projekt wurden neue Erkenntnisse gewonnen, die Konstruktion erwies sich jedoch als fßr den Einsatz ungeeignet.
Die Infanterie nutzt neben der M16 Flinten vom Typ Remington 870 und Mossberg 500, deren Durchschlagskraft besonders im Häuserkampf nßtzlich ist.
Das in der gesamten Streitkraft verwendete Bajonett trägt die Typenbezeichnung M-9. Eine Variante davon, das M11, wird wegen seiner Eigenschaften vorwiegend vom Minenräumdienst verwendet.
Am Sturmgewehr kann der Granatwerfer M203 einfach montiert werden. Dieser ermĂśglicht einen schnelleren Wechsel zwischen dem Granatwerfer und dem Sturmgewehr. Mit dem M203 kĂśnnen neben Splittergranaten alternativ Blend- oder Rauchgranaten verschossen werden. Im Vietnamkrieg verfĂźgte noch jeder Trupp Ăźber einen Grenadier, der mit einem M79 ausgestatteten war, der sich ansonsten ausschlieĂlich mit einer Pistole verteidigen konnte. In naher Zukunft wird der M203 durch einen in wesentlichen Einzelheiten verbesserten Granatwerfer von Heckler & Koch ersetzt werden.
Die US Army verfĂźgt Ăźber verschiedene Modelle von ScharfschĂźtzengewehren. Hauptsächlich wird das M24 und dessen aufgerĂźstete Variante das XM2010, das KAC M110 SASS sowie das M25 eingesetzt. Letzteres erinnert stark an das M21. AuĂerdem wird als material rifle und fĂźr weite Schussdistanzen das Barrett M82 eingesetzt. Die Besonderheit dieser Waffe ist seine integrierte RĂźckstoĂdämpfung. Mit entsprechender Munition ist es fĂźr die Bekämpfung von technischem Gerät wie Radar- und Funkantennen, Sehschlitze von Panzern und Laserentfernungsmesser auf groĂe Entfernungen geeignet.
Aus belgischer Produktion stammen die beiden Maschinengewehre des Heeres der Vereinigten Staaten, die seit den 1980ern im Dienst sind. Während das M240 als Allzweckmaschinengewehr dient, ist die M249 SAW speziell fßr den Einsatz durch einen einzelnen Soldaten konzipiert. Das M60, das viele Bilder des Vietnamkriegs prägte, wird von der Infanterie noch gefßhrt, ist aber fßr die meisten Einsätze zu schwer.
Eine taktische LĂźcke schloss bei seiner EinfĂźhrung der Maschinengranatwerfer Mk 19. Die Army beschaffte den Mark 19 erst 1983 in der technisch ausgereiften Version MOD 3 und montierte ihn vor allem auf Humvees. Durch seine Verwendung im Zweiten Golfkrieg und in Somalia wurde er einer breiten Ăffentlichkeit bekannt. Er soll langfristig das sehr erfolgreiche, aber veraltete M2 aus dem Ersten Weltkrieg ersetzen.
Derzeit kommen drei MĂśrser zum Einsatz, der M120, der M224 und der M252, sowie eine groĂe Palette an Handgranaten sowohl tĂśdlicher als auch nichttĂśdlicher Wirkung. Gegen gepanzerte Fahrzeuge verwendet die US Army den TOW- und den Javelin-Raketenwerfer.
Der Interceptor Body Armor ist die in der Army gebräuchliche Schutzweste; als ABC-Schutzmaske dient die M40. Obwohl sich alle Soldaten anhand des Global Positioning System (GPS) orientieren, mßssen sie in der Grundausbildung den Umgang mit Kompass und Karte erlernen. Das JSLIST soll die Soldaten vor den Auswirkungen von im Kampf eingesetzten ABC-Kampfmitteln schßtzen und wurde im Zuge der Irakkrise eingefßhrt. Das Chemical Agent Detector Kit, das nukleare, biologische und chemische Kampfstoffe in der Umgebung nachweisen soll, ist demgegenßber bereits seit 1978 in Gebrauch.
Uniform
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Hauptartikel
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Uniform der United States Army
Seit dem Zweiten Weltkrieg händigt die Army ihren Soldaten drei Dienstuniformen aus. Die erste Variante ist der Full Dress, als Army Blue bekannt, fĂźr Repräsentations-Dienste und feierliche Anlässe, vor allem beim 3. US-Infanterieregiment in Washington D.C. In ihrer heutigen Trageweise wurde sie 1955 eingefĂźhrt. Sie besteht aus einem dunkelblauen Jackett und wird mit einem weiĂen Hemd (mit einer schwarzen Krawatte) sowie einer hellblauen Hose getragen. Die Kopfbedeckung ist eine dunkelblaue SchirmmĂźtze. Alle Uniformteile sind mit Goldrändern verziert. Das Jackett trägt SchulterstĂźcke, die den Rang des Soldaten innerhalb seiner Dienstgattung anzeigen. Generalsuniformen unterscheiden sich von den anderen abgesehen von den Rangabzeichen insofern, als die Hose das dunkle Blau des Jackets hat und dass bei entsprechenden Anlässen eine weiĂe oder schwarze Fliege anstatt einer Krawatte getragen wird. Bis zum Jahr 2011 sollen alle grĂźnen und weiĂen Dienstuniformen des Heeres aus dem Bestand genommen werden, an ihrer Stelle darf nur noch der Full Dress getragen werden.
Der Kampfanzug wandelte sich von allen Uniformen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg am stärksten. Zunächst noch im Krieg einfarbig eingefĂźhrt, wurde sie recht zĂźgig zu einer zweifarbigen Kombination aus unifarbenem Hemd und Hose verändert. Diese Uniform wurde die bekannteste der US Army während des Kalten Krieges. Im Vietnamkrieg wurde die Farbmischung nochmals verändert, und auf Grenada kam zum ersten Mal ein durchgängig genutztes Tarnmuster, mit der 1981 eingefĂźhrten Battle Dress Uniform (BDU) im Woodland-Flecktarnmuster, zum Einsatz. FĂźr Einsätze in heiĂen Gegenden wurde eine WĂźstentarnuniform, die Desert Camouflage Uniform (DCU), entwickelt. Nach der Operation Desert Storm wurde das sechsfarbige Muster durch ein dreifarbiges ersetzt. Diese Uniform kam im Dritten Golfkrieg zum Einsatz. Vor allem die auffälligen, typischen WĂźstenleopard-Flecken wurden als ĂźberflĂźssig und kontraproduktiv angesehen. Nach dem offiziellen Ende der Kampfhandlungen experimentierte das US Marine Corps mit einem digitalen Tarnmuster, dem so genannten MARPAT. Obwohl die US-Army eigene Entwicklungen mit Tarnmustern vorantrieb und unter anderem als Ergebnis einer Kooperation zwischen dem Unternehmen Crye Precision und den Army Natick Labs bereits 2002 das MultiCam-Flecktarnmuster vorstellen konnte, wurde von Ăźbergeordneten Stellen auf die Nutzung eines Digitaltarnmusters gedrungen, das letztendlich von dem der Marines abgeleitet und sehr ähnlich war. Das Resultat der Experimente mĂźndete in der EinfĂźhrung der Army Combat Uniform (ACU) zu Beginn des Jahres 2005. Die ACU des Heeres glich anfangs dem Kampfanzug der Marines in Schnitt und Anordnung der Taschen sowie den verwendeten Materialien. Zum ersten Mal seit 1955 wurden auch neue Stiefel eingefĂźhrt. Dabei änderten sich die âklassischenâ schwarzen zu leichter zu pflegenden braunen Stiefeln. Später wurde die ACU in etlichen Details verändert. Da sich beispielsweise in einigen Fällen die KlettverschlĂźsse im Kampfeinsatz nicht bewährten, wurden wieder KnĂśpfe eingesetzt.cite-ref-uniform-83-0[83] Der deutlichste Unterschied zur 2005 eingefĂźhrten ACU betraf das Digitaltarnmuster, das sich im Feld bei der US-Army nicht bewährte. Das fĂźnf Milliarden Dollar teure und verhasste Pixelmuster wurde letztendlich zur Zielscheibe des Spottes.cite-ref-seck-2019-84-0[84] Bereits 2010 wurde fĂźr die Kämpfe in Afghanistan das von der US-Army präferierte MultiCam eingefĂźhrt. Bis 30. September 2019 war die EinfĂźhrung eines neuen Flecktarnmusters, genannt Operational Camouflage Pattern (OCP), das dem MultiCam sehr ähnlich ist, im Heer abgeschlossen.cite-ref-85[85] Inzwischen wird das OCP auch bei der Luftwaffe sowie bei der 2019 gegrĂźndeten United States Space Force getragen.
Der Kampfanzug wird in Krisengebieten auch fĂźr Garnisons- und Wachdienste verwendet, mit einer SchirmmĂźtze fĂźr Wachdienste und Kevlar-Westen und Schutzkleidung fĂźr den Kampfeinsatz.
Bis zum Jahr 2001 trugen ausschlieĂlich die Special Forces Barette, fĂźr die daher die informelle Bezeichnung Green Berets verbreitet war und geblieben ist. Die EinfĂźhrung von Baretten fĂźr alle Soldaten war ab Ende der 1990er Jahre in der Diskussion und wurde am 6. November 2000 beschlossen.cite-ref-86[86] So erhielten auch die regulären Einheiten Barette mit einheitlich schwarzer Farbe, die zuvor den Rangers vorbehalten gewesen war. Nach der allgemeinen EinfĂźhrung tragen die Ranger ein sonnenbraunes Barett. Den Spezialeinheiten der Army bleibt weiterhin das Recht vorbehalten, die Abzeichen ihrer Einheit auf dem Barett zu präsentieren, während alle regulären Soldaten dasselbe Abzeichen tragen.
Fahrzeuge
Die US Army war die erste Armee der Welt, die voll motorisiert war und verfĂźgt heute Ăźber die grĂśĂte Fahrzeug-pro-Mann-Quote der Welt.
Gepanzerte Fahrzeuge
Die Army verfßgt ßber insgesamt 7.870 Kampfpanzer vom Typ M1 Abrams,cite-ref-87[87] der seit den 1980er-Jahren die veralteten M48 Patton und M60 aus dem Vietnamkrieg ersetzte. Er gehÜrt zu den fortschrittlichsten Panzern der Welt und erfßllte seine Aufgaben bisher so zufriedenstellend, dass alle Bestrebungen, die Aufgaben von Panzern wieder auf mehrere Typen wie leichte und mittlere Panzer (zum Beispiel das M8 Armored Gun System) zu verteilen, im Sande verliefen. Im Laufe der Zeit wurde der Abrams, dessen Betrieb eine vierkÜpfige Besatzung erfordert, mehrmals kampfwertgesteigert. Die ursprßngliche Idee, den Ladeschßtzen durch eine Automatik zu ersetzen und somit die Besatzung auf drei Mann zu reduzieren, wurde angesichts der exorbitanten Kosten und der Unzuverlässigkeit des vorgesehenen Ladesystems verworfen.
Von ihrem wichtigsten gepanzerten Schßtzenpanzer, dem Bradley, hat die US Army bisher ßber 6.800 Stßck beschafft. Dieses gepanzerte Fahrzeug existiert in den Varianten M2 und M3. Während der M2 als Schßtzenpanzer konzipiert ist, dient der M3 der bewaffneten Aufklärung. Der nach einem Heeresgeneral aus dem Zweiten Weltkrieg, Omar N. Bradley, benannte Bradley ersetzte wegen seiner verbesserten Panzerung und Bewaffnung im Kampfeinsatz den M113, von dem das Heer bis zu 20.000 Stßck im Inventar fßhrte. In der Variante M2 finden bis zu neun Soldaten mit ihrer individuellen Infanterie-Ausrßstung Platz, im M3 bis zu fßnf.cite-ref-88[88]
Der seit 1960 in Dienst stehende M113 ist mit einer Gesamtstßckzahl von ßber 80.000 der meistproduzierte Mannschaftstransportwagen des 20. Jahrhunderts und war ein Exporterfolg. Das Ursprungsmodell des M113 fasste neben einer zweikÜpfigen Besatzung elf Soldaten mit Ausrßstung. Der Verkaufserfolg des M113 grßndet sich darauf, dass sein Chassis als Plattform fßr mehrere Versionen verwendet wird. Die US Army hat gegenwärtig noch neun dieser Varianten in Betrieb.cite-ref-89[89]
Der Flugabwehrpanzer M6 Linebacker basiert auf dem Bradley-Programm und dient der Bekämpfung von Flugzielen im Nahbereich. Einem Angriff von Panzern gegenßber ist er jedoch sehr verwundbar. Bisher fßhrt das Heer der Vereinigten Staaten 107 Stßck dieses Modells im Bestand.
Seit 1990 betreibt die Army ein MĂśrsersystem in zwei Varianten, das schweres UnterstĂźtzungsfeuer fĂźr die Infanterie ermĂśglicht. Der M120 ist die geschleppte, der M121 die selbstfahrende Variante. Das System wird oft mit dem Stryker kombiniert eingesetzt.
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Die Einfßhrung des Stryker war die erste Beschaffung eines neuen Radpanzers seit dem Zweiten Weltkrieg und eine der umstrittensten in der Geschichte der US Army. Nach PFC Stuart Stryker und Specialist Robert Stryker, zwei Trägern der Ehrenmedaille benannt, entzßndete sie die latente Grundsatzdebatte innerhalb des Offizierskorps zwischen den Befßrwortern von Ketten- und denen von Radfahrzeugen. Ursprßnglich beschafft, um ßber eine leichte, luftverlegbare gepanzerte Mehrzweckplattform fßr die schnellen Eingreiftruppen zu verfßgen, erwies er sich im Einsatz als zu schwach gepanzert und musste entsprechend nachgerßstet werden. Dies wiederum fßhrte zu einem deutlich hÜheren Gefechtsgewicht, das seinen eigentlichen Beschaffungsgrund zum Teil konterkarierte. Dennoch hält die Army an der Beschaffung mangels Alternative fest. Derzeit fßhrt das Heer 1.780 Stryker in bisher fßnf Stryker Brigade Combat Teams (Stryker-Brigaden) und einem Stryker-Regiment. Bis 2020 sollen sieben entsprechende Brigaden mit insgesamt 2.691 Fahrzeugen in verschiedenen Versionen ausgerßstet sein.cite-ref-90[90] Diese dienen vor allem als Transportfahrzeug, als Kommandozentrale und als Geschßtzplattform.
Artillerie
Knapp 1.000 Mehrfach-Raketen-Artilleriesysteme des Typs M270 dienen der punktgenauen Bekämpfung von gepanzerten Zielen. Je nach Version haben sie eine Reichweite von bis zu 70 Kilometern Entfernung und kĂśnnen mit entsprechender Streumunition zur ZerstĂśrung oder Verminung groĂer Geländeabschnitte eingesetzt werden. Der MLRS ist das zurzeit wirksamste mobile Artilleriesystem im Arsenal des Heeres.
Das Standard-Artilleriesystem fĂźr Entfernungen bis zu 25 km sind die 2568 Panzerhaubitzen des Typs M109 Paladin. Dank mehrerer Kampfwertsteigerungen bis zur neuesten Version A6 konnte das bereits in den 1950er-Jahren beschaffte System weiterhin im Dienst verbleiben. Wegen dessen langer Einsatzzeit sucht das Heer seit 1995 nach einem Nachfolgesystem. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hatte das laufende Crusader-Programm jedoch im Mai 2002 gekĂźndigt, da es weder ausreichend zielgenau noch luftverladbar war. Da das Nachfolgesystem NLOS-C zusammen mit dem Future Combat Systems eingestellt wurde, bleibt die M109 auch in Zukunft das RĂźckgrat der Rohrartillerie. Um die M109 weiterhin auf dem neuesten technischen Stand zu halten, entwickelte BAE Systems die Variante M109A6 Paladin Integrated Management (PIM).cite-ref-91[91]
Die 105-mm-Howitzer M102 war vor allem während des Vietnamkrieges im Einsatz. Heute ist sie nur noch bei der Reserve im Dienst. Sie ist mit dem Fallschirm abwerfbar und verfßgt ßber eine hohe Seitenrichtkapazität von 360°.
Die 105-mm-Howitzer M119 ist ein Fabrikat der britischen Royal Ordnance aus den 1970ern, wo sie unter der Bezeichnung L118 Light Gun in Produktion ging. Ab 1989 wurde die gezogene Haubitze in Dienst gestellt, um die M102 bis in die Artillerieeinheiten der Nationalgarde zu ersetzen. Sie soll bis 2013 im Dienst bleiben und kann aufgrund ihres verhältnismäĂig geringen Gewichts aus einem Flugzeug abgeworfen oder aus der Schlinghalterung eines Helikopters fallen gelassen werden.
Flugabwehr
Das Heer verfßgt ßber zwei selbstfahrende Flugabwehrsysteme. Das Flugabwehrraketensystem Patriot ist seit 1985 im Dienst und fßr den Einsatz gegen Luftziele ab mittlerer HÜhe bis zu einer Entfernung von knapp 80 km konzipiert.cite-ref-92[92] Während des Zweiten Golfkriegs wurden Patriot-Systeme als Hilfeleistung der Vereinigten Staaten und der Bundesrepublik Deutschland an Israel geliefert, um das Land gegen den irakischen Beschuss mit SCUD-Raketen zu verteidigen. Der Kongress zog die tatsächliche Wirksamkeit des Systems trotz mehrerer Kampfwertsteigerungen jedoch ebenso in Zweifel wie die israelische Regierung, die als Konsequenz daraus die Entwicklung modernerer Luftabwehrsysteme wie der Arrow in Auftrag gab. Angesichts der begrenzten anti-ballistischen Fähigkeiten des Systems entwickeln die Vereinigten Staaten zusammen mit NATO-Verbßndeten das Nachfolgemodell MEADS. Zusätzlich wurde das THAAD-System in Dienst gestellt.
Seit 1989 ist das auf der Stinger basierende leichte Avenger-Flugabwehrraketensystem bei Army und Marineinfanterie im Dienst. Es ersetzte bis 1993 das mit einer Gatling-Schnellfeuerkanone ausgerßstete Vulcan-System, das seinerseits auf dem M113 basierte. Als Trägerfahrzeug dient hier eine HMMWV-Version.
Transport- und Versorgungsfahrzeuge
Haupttransportmittel der US-Army ist heute der FMTV-Truck in 17 verschiedenen Varianten.
Die HEMTT-Trucks sind eine Familie von Versorgungsfahrzeugen, die durch zahlreiche Bilder von Konvois im Zweiten und Dritten Golfkrieg bekannt wurden. Sie befinden sich seit 1982 im Einsatz und verfĂźgen Ăźber einen 8Ă8-Allradantrieb. Der Vorteil gegenĂźber herkĂśmmlichen FĂźnftonnenlastwagen und insbesondere gegenĂźber ihren Vorgängern M520 liegt in der gesteigerten Mobilität und der erhĂśhten Ladekapazität.
Das Palletized Load System (PLS) ist als Weiterentwicklung des Heavy Expandable Multipurpose Tactical Truck (HEMTT) seit 1993 im Dienst. Es fungiert als Transportplattform fĂźr Paletten und dient hier als Bindeglied zwischen Schiene und StraĂe.
Der Standardlastwagen der United States Army ist der M939. Er wird von einem 6Ă6-Allradsystem durch einen Cummins-Dieselmotor angetrieben und existiert in zehn verschiedenen Versionen. Von 1999 bis 2003 rĂźstete das Heer ein Antiblockiersystem nach, das die zuvor bemängelte Sicherheit des Lastwagens verbessern sollte. Derzeit sind etwa 32.000 Einheiten der Produktfamilie in Gebrauch.cite-ref-93[93]
Das High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (abgekĂźrzt: HMMWV), das die umgangssprachlichen Bezeichnungen Humvee und Hummer (mit jeweils männlichem Artikel) angenommen hat, wurde fĂźr den Hersteller AM General zu einem herausragenden kommerziellen Erfolg. Trotz zunehmender Bedenken bei der Truppe aufgrund seiner Anfälligkeit fĂźr Pannen und Anschläge setzte sich der Humvee von seiner EinfĂźhrung im Jahr 1983 an wegen seiner unĂźbertroffenen Vielseitigkeit durch. Trotz aller technischen Unzulänglichkeiten entwickelte sich das Transportfahrzeug zu einem unverwechselbaren Markenzeichen des Heeres, ähnlich seinem Vorvorgänger, dem Jeep. In seinen zivilen AusfĂźhrungen gilt das Fahrzeug wegen seiner GrĂśĂe und seiner Geräumigkeit in Verbindung mit seinem hohen Kraftstoffverbrauch als Symbol des American Way of Life. Im Laufe seiner knapp 90.000 StĂźck umfassenden Produktion wurde das HMMWV auch fĂźr solche taktische Rollen umgerĂźstet, die fĂźr das Ausgangsfahrzeug nie vorgesehen waren. Der Humvee soll in den kommenden Jahren durch den Oshkosh JLTV ersetzt werden.cite-ref-94[94]
Die MRAP-Serie, ein gegen Minen- und Sprengfallen geschßtztes Fahrzeug, ist eine Konsequenz des Irakkrieges, in dem viele Soldaten bei Anschlägen mit improvisierten SprengkÜrpern (englisch: IED, deutsch: USBV) starben. Der MRAP bietet dem Humvee gegenßber einen wesentlich verbesserten Schutz soll diesen zunächst in Kampfgebieten, später generell Zug um Zug ersetzen.
Der M1070 Heavy Equipment Transporter (deutsch: âTransportfahrzeug fĂźr schwere AusrĂźstungâ) besteht aus einem Sattelzuggespann mit bis zu 70 Tonnen Tragfähigkeit, der vor allem zum Transport des Abrams-Panzers und anderer gepanzerter Fahrzeuge vorgesehen ist. Er ist seit 1993 beim Heer der Vereinigten Staaten im Dienst und verfĂźgt sowohl Ăźber Heck- als auch Ăźber Frontantrieb und wird von einem 500 PS starken Dieselmotor angetrieben.
Der M88A2 ist der Bergepanzer der Army. In der zweiten Generation fĂźhrt er den Beinamen HERCULES, das als Akronym fĂźr Heavy Equipment Recovery, Combat Utility Lift & Evacuation System (deutsch: âKampftaugliches System zur Bergung und Evakuierung schwerer AusrĂźstungâ) steht. Da er ursprĂźnglich als mittelschweres Bergesystem klassifiziert war, benĂśtigte das Heer nach der Festlegung auf den Kampfpanzer M1 âAbramsâ eine verbesserte Version. Die A2-Version wiegt daher zehn Tonnen mehr als der Abrams.
Fluggerät
Entwicklung der Heeresfliegerei
Da die militärische Luftfahrt bis zum Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg nur eine untergeordnete Rolle spielte, gab es keine entsprechende Teilstreitkraft, sondern sie unterstand bis dahin der US Army, genauer seit 1926 dem US Army Air Corps. Am 20. Juni 1941 entstand aus dem Air Corps die US Army Air Forces (USAAF), die 1943 den anderen Teilstreitkräften gleichgestellt wurde. Erst die Grßndung der US Air Force 1947 trennte die allgemeine militärische Luftfahrt endgßltig von der Army.
Zum Zeitpunkt des Abschlusses des Abkommens von Key West war die militärische Nutzung von Hubschraubern noch nicht abzusehen. Im Vertragswerk ist der Begriff âStarrflĂźgelflugzeugâ (englisch: fixed-wing aircraft) festgehalten. Die Auslegung dieser engen Definition nutzten sowohl die US Army als auch das US Marine Corps, das sonst Kampfflugzeuge nur auf den Schiffen der US Navy nutzen durfte, zur Anschaffung militärischer Hubschrauber aller Art. Aus diesem Grund betreibt die Army seither eine begrenzte Heeresfliegerkomponente, die Ăźberwiegend aus Verbindungs-, Transport-, Aufklärungs- und Kampfhubschraubern besteht. Laut Abkommen ist der US Army Planung, Beschaffung und Betrieb anderer Luftfahrzeuge untersagt. Im Gegensatz zum Marine Corps darf die Army daher nicht den Osprey beschaffen, da dieser wegen seiner Kipprotoren als Flugzeug eingestuft ist.
Hubschrauber
Die Army setzt militärische Hubschrauber aller Art ein, die vor allem zur Luftunterstßtzung anderer Waffengattungen dienen. Bis zur Indienststellung des Black Hawk benannte sie ihre Hubschraubertypen nach Indianerstämmen.
Der Angriffshubschrauber des Heeres ist der AH-64 Apache. Ab 1984 ersetzte er zunächst die Angriffsversion des Huey und ab 1992 den Cobra. Sein Auftrag ist die bewaffnete Aufklärung und die Bekämpfung beweglicher und ortsfester Ziele unter allen Witterungs- und Sichtbedingungen.cite-ref-95[95] Seit 1998 erhielten die Systeme eine weitreichende Kampfwertsteigerung, nach der die modernisierten Modelle den Namenszusatz Longbow (âLangbogenâ) erhielten. Insgesamt verfĂźgt die Army Ăźber 580 Apache.
Im Jahre 2004 kĂźndigte der damalige Stabschef des Heeres, Peter Schoomaker, das Comanche-Programm, einen Kampfhubschrauber mit Tarnkappentechnik, der den Apache ersetzen sollte. Trotz guter technischer Voraussetzungen war das Konzept dieses Modells aufgrund seiner Ausrichtung auf Einsatzprofile des Kalten Kriegs noch vor Aufnahme der Serienproduktion veraltet. Nach Abgeltung der Schadensersatzvereinbarung finanzierte das Heer mit den verbliebenen Mitteln die EinfĂźhrung unbemannter Drohnen und die Modernisierung des AH-64.
Vom leichten Kampfhubschrauber AH-1 Cobra sind noch 16 Modelle bei einer einzigen aktiven Brigade im Dienst verblieben, die restlichen 241 wurden in die Reserve ĂźberfĂźhrt. Im Zweiten Golfkrieg war er wegen seiner Wendigkeit und Geschwindigkeit bei irakischen Truppen gefĂźrchtet, erwies sich jedoch im Allgemeinen als zu schwach gepanzert.
Der allwettertaugliche und nachtflugfähige OH-6 Cayuse wird ausschlieĂlich vom 160th Special Operations Aviation Regiment in zwei Varianten eingesetzt. Die Mehrzweckvariante MH-6 Little Bird verfĂźgt Ăźber zwei Sitzplattformen, sodass im Flug sechs Soldaten an der AuĂenseite des Rumpfes Platz finden. Die Angriffsvariante mit der Typenbezeichnung AH-6 kann mit einer Vielzahl diverser Waffen bestĂźckt werden, wobei ihre leichte Masse die Menge der gefĂźhrten Waffen beschränkt. Insgesamt plant das Heer, die gemeinsame StĂźckzahl des Hubschraubers auf 45 zu begrenzencite-ref-96[96] und erprobt derzeit eine unbemannte Variante.cite-ref-97[97]
Fßr den Transport von Truppen und Material ist der CH-47 Chinook in Gebrauch, der in dieser Rolle seinen Dienst seit 1962 versieht. 1994 endete ein aufwendiges zwÜlfjähriges Programm, in dessen Verlauf alle Modelle der Reihen A, B und C auf den Standard der aktuellen D-Reihe gebracht wurden. Die Spezialeinheiten fliegen die Sonderversion MH-47G, sodass die US Army ßber insgesamt 553 Stßck verfßgt. Der Chinook ist in der Lage, mit knapp 10 t fast das Doppelte seines Eigengewichts zu heben.cite-ref-98[98] Aufgrund einer dreifachen Befestigungsstruktur kann er auch sperrige Objekte wie Artilleriegeschßtze transportieren. Die Vielseitigkeit des Hubschraubers garantiert ihm eine lang anhaltende Einsatzdauer, sodass eine Ersatzbeschaffung derzeit nicht ansteht. Er wird voraussichtlich bis 2030 im Einsatz bleiben.
Ab 1979 ersetzte der UH-60 Black Hawk den aus dem Vietnamkrieg bekannten und bei Militärs fĂźr seine Anfälligkeit berĂźchtigte UH-1 Iroquois, ebenso wie den S-58 Choctaw. Dieses Modell eines mittleren Allzweckhubschraubers erwies sich als so vielseitig und zuverlässig, dass sein Aufgabenspektrum schnell erweitert und in speziell angepassten Versionen auch von den anderen Teilstreitkräften beschafft wurde. Die Schlacht von Mogadischu, die in einem Buch und einem Film namens Black Hawk Down beschrieben wurde, machte diesen Typ in den 2000er-Jahren in der Ăffentlichkeit bekannt.
Der OH-58 Kiowa wurde ursprĂźnglich als Ăbergangsmodell zwischen dem Cobra und dem Comanche ausgeschrieben und konzipiert. Im Dritten Golfkrieg schnitt die Version zur bewaffneten Aufklärung, der OH-58D Kiowa Warrior im Kampf in urbanem Terrain im Vergleich zum schwerfälligeren Apache in niedrigen FlughĂśhen besser ab. Kurzfristig beflĂźgelte dies Ăberlegungen, grĂśĂere Kontingente anzuschaffen. SchlieĂlich entschied sich die Army, den seit 1962 im Dienst befindlichen Hubschrauber zu ersetzen, da die vorhandenen Modelle Ăberalterungserscheinungen und technische Anfälligkeiten aufweisen. Zusammen mit einem eingeschränkten Einsatzprofil fĂźhrte dies zur Ausschreibung des ARH-70, dessen Entwicklung aber wegen KostenĂźberschreitungen abgebrochen wurde, vermutlich zu Gunsten der Northrop Grumman MQ-8 Drohne.
Future Combat Systems
Future Combat Systems (âWaffensysteme der Zukunftâ, abgekĂźrzt FCS) ist die materielle Komponente der Transformation und dient als Sammelbezeichnung fĂźr ein umfangreiches Beschaffungsprogramm des Heeres mit einem voraussichtlichen Auftragsvolumen von 200 Mrd. US-Dollar.cite-ref-99[99] Das Programm besteht aus 16 Bestandteilen, von denen zwei grundlegend fĂźr den Bestand des gesamten Future Combat Systems-Konzepts sind. Zum einen ist dies das Future Combat Systems System, eine heeresspezifische Komponente des Global Information Grid. Diese ist selbst ein weltweites Informationsnetz aller Teilstreitkräfte.
Als ebenso bedeutend wird die technische Befähigung in Verbindung mit der intellektuellen Befähigung des Soldaten gesehen. Diese Ăberlegung mĂźndete konkret in den Future Force Warrior, einer Gesamtkonzeption der AusrĂźstung am Mann innerhalb der Future Combat Systems. Es besteht im Wesentlichen aus einem Helm mit digitalen Orientierungs- und Kommunikationstechniken, einer Ăźberarbeiteten KĂśrperpanzerung, und neuer Sekundärbewaffnung, die teilweise intelligente Munition verschieĂt. Die Bundeswehr experimentiert derzeit mit einem an das Future Force Warrior angelehnten System namens âInfanterist der Zukunftâ.
Der Rest des Programms stellt einen Versuch dar, aus dem bisherigen Beschaffungszyklus auszubrechen, wobei neue Waffenplattformen ihre Vorgänger ersetzen und daher auf den gemeinsamen Einsatz mit anderen Waffenplattformen abgestimmt werden mĂźssen. FĂźr eine in Planung befindliche Familie gepanzerter Fahrzeuge bedeutet dies beispielsweise, dass sie auf demselben Chassis mit dem Planungsbegriff Manned Ground Vehicle (âbemanntes Bodenfahrzeugâ, MGV) aufbauen. Sein relativ geringes Gewicht ermĂśglicht eine leichtere Luftverlastbarkeit. Die Palette anvisierter Modellvarianten wird einen leichten Kampfpanzer, einen SchĂźtzenpanzer, eine Panzerhaubitze, einen Spähpanzer, einen PanzermĂśrser, einen Kommando-, einen Sanitäts- sowie einen Pionierpanzer umfassen.
Charakteristisch fĂźr das FCS-Programm ist die breite Konzeption unbemannter Systeme. Diese besteht vor allem in ferngelenkten Bodensystemen und unbemannten Luftfahrzeugen. Das Programm wurde am 23. Juni 2009 von Verteidigungsminister Robert Gates gestrichen und stattdessen das Brigade-Combat-Team-Modernization-Programm initiiert.
Demografie
Das Heer der Vereinigten Staaten spiegelt in vielfacher Hinsicht die Gesellschaft des Landes und ihre groĂe Pluralität wider. Als Institution legt die Army darauf Wert, in der Integration von Ethnien und Frauen auch gegenĂźber den anderen Teilstreitkräften als fĂźhrend anerkannt zu werden.
Fßr demografische Erhebungen ist das Army Demographics Office als Unterabteilung der Abteilung G-1 Human Resources (Personalwesen) im Department of the Army zuständig.
Die Mehrzahl der aufgefĂźhrten Daten ist, soweit nicht anders aufgefĂźhrt, dem letzten verfĂźgbaren demografischen Bericht aus dem Haushaltsjahr 2005 entnommen.cite-ref-100[100] Daher wird Ăźberwiegend eine Gesamtzahl an 488.579 Berufssoldaten als statistische GrĂśĂe von 100 % vorausgesetzt, alle Ăźber diesen Zeitraum hinaus angegebenen absoluten Zahlen sind Durchschnittswerte. Der Betrachtungszeitraum Ăźber Haushaltsjahre hinweg bietet sich aufgrund der jährlichen Haushaltsberatungen als geeignet an.
Hierarchische Zusammensetzung
Im Haushaltsjahr 2005 verfßgte das Berufsheer ßber 69.174 Offiziere und 12.482 Warrant Officers. Damit stellten die Offiziere 14,2 % und die Warrant Officers 2,5 % der Aktiven. Im Verhältnis stehen dadurch einem Offizier etwa sieben Mannschaften und Unteroffiziere gegenßber.
Journalisten wie Stuart Koehl vom Weekly Standard kritisieren diese Rate an Offizieren als Ăźbertrieben hoch. Sie weisen auf einen weltweiten Durchschnitt von 7 % hin und stellen der Army die Wehrmacht gegenĂźber, die Ăźber hĂśchstens 5 % Offiziere verfĂźgt habe. Der hohe Anteil an Offizieren gehe auf den Kalten Krieg und intransparente, verkrustete Strukturen im Heer zurĂźck.cite-ref-101[101]cite-ref-102[102]
Altersverteilung
In der angegebenen Personalstatistik ist die Altersgruppenverteilung in Vierjahresschritten angegeben, aufsteigend vom jĂźngsten Eintrittsalter von 17 vollendeten Lebensjahren. Die Altersverteilungskurve nach Gauss mit der besten Verteilung weisen hier die Mannschaftsdienstgrade auf. 36 % waren zum Zeitpunkt der Erhebung jĂźnger als 25 Jahre, 22 % waren unter 30 und weitere 25 % waren jĂźnger als 40 Jahre. Aufgrund der starken Karriereorientierung innerhalb der Streitkräfte zeigt die Verteilungskurve erst bei den Ăber-Vierzigjährigen einen starken Abfall, da die Mannschaftsdienstgrade nur zu ungefähr 7 % aus Personen dieses Alters bestehen.
Die schärfste Verteilungskurve haben die Warrant Officers. Nicht einmal 5 % sind jßnger als 25 Jahre, knapp 53 % sind zwischen 30 und 39 Jahre alt. Insgesamt sind 85 % von ihnen älter als 30.
Knapp 12 % aller Heeresoffiziere hatten im Haushaltsjahr das Alter von 24 Jahren erreicht, 23 % von ihnen waren bis zu 29 Jahre alt und knapp 39 % waren unter 40 Jahre alt.
Bildung
Die meisten Warrant Officers haben die Vorbereitungszeit auf dem College abgeschlossen oder bereits einige Semester hinter sich gebracht. Ăber 90 % haben zumindest zeitweise eine Universität besucht.
Da der Abschluss eines Hochschulstudiums Zugangsvoraussetzung zum Offizierskorps ist, dominieren hier die akademischen Bildungszeugnisse. 40,3 % der Bewerber waren mit einem Masters Degree in der Forschung tätig oder haben promoviert.
Personenstand
Da das Risiko einer Trennung oder einer Scheidung aufgrund langer Dienstrunden im Militär erhÜht ist, ermÜglicht die statistische Auswertung der gesammelten Personenstandsdaten Aussagen ßber den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Streitkraft. Im Haushaltsjahr 2005 waren insgesamt 54 % der HeeresangehÜrigen verheiratet. Dabei ßbertraf die Verheiratungsquote der männlichen Soldaten mit 55,5 % den der Frauen um 11,1 Prozentpunkte. Dafßr wiesen die verheirateten Frauen mit einem Anteil von 38 % eine wesentlich hÜhere Rate an innermilitärischen Ehen den männlichen Kameraden gegenßber auf, von denen 5,2 % mit einem Soldatenpartner verheiratet waren. Hierbei sind die Fraternisierungsregelncite-ref-103[103] der Army zu beachten: Ein Offizier darf nur in Ausnahmefällen mit Nichtoffizieren in einem geschäftlichen, persÜnlichen, sexuellen oder ehelichen Verhältnis stehen. Beispielsweise mßssen sich Wirtschaftsbeziehungen auf einen einmaligen Austausch wie einen Gebrauchtwagen beschränken und dßrfen nicht per Leihe oder Kredit zu laufenden Verpflichtungen fßhren. Offiziere dßrfen mit Nichtoffizieren verheiratet sein, wenn beide Ehepartner als Nichtoffiziere geheiratet haben oder wenn einer der beiden Reservist ist.
Die Wahrscheinlichkeit des Verheiratetseins ist als männlicher Warrant Officer mit 84,4 % am hÜchsten, bei den weiblichen Enlisted-Rängen mit 37,1 % am niedrigsten. Ungefähr 46 % aller Heeressoldaten hatten zum Untersuchungszeitpunkt Kinder, deren durchschnittliche Anzahl bei zwei lag. Alleinerziehend waren insgesamt 6,9 % aller Soldaten. Frauen waren mehr als doppelt so häufig von dieser Lebenssituation betroffen wie Männer, wobei mit 19,5 % die weiblichen Warrant Officers am stärksten hervortraten. Zusammengerechnet haben die Berufssoldaten der Army ßber 710.000 direkte AngehÜrige.
Minderheiten
Im Haushaltsjahr 2005 dienten knapp 70.000 Frauen im Berufsheer der Vereinigten Staaten. Dies entspricht ungefähr einem Anteil von 15 %, so dass ungefähr jeder siebte Heeressoldat weiblich war.
Bei der ethnischen Zusammensetzung der Teilstreitkraft zeichnet sich eine zunehmende Heterogenisierung ab. Zwar sind weiterhin 60 % weiĂer Abstammung, diese Quote ist jedoch seit Jahren rĂźckläufig. Der Anteil der Schwarzen stagniert bei 21,6 %, während die Quote an Hispanics sich seit 1995 auf fast 10,5 % verdoppelt hat. Trotz eines stetig wachsenden Anteils bleiben Asiaten mit 4 % unterrepräsentiert.
Konfessionen
Die Angabe des religiĂśsen Bekenntnisses ist wie bei der Volkszählung freiwillig, da Kirche und Staat in den USA juristisch vollständig voneinander getrennt sind. Allerdings berechtigt allein die Angabe des persĂśnlichen Bekenntnisses zu BemĂźhungen des Heeres, diese Umstände zu berĂźcksichtigen. Insgesamt sind in der United States Army Ăźber 200 organisierte Bekenntnisse vertreten, davon waren 2005 etwa 51 % protestantischen und 21 % katholischen Glaubens, 2 % gehĂśrten anderen Konfessionen an. 26 % zogen es vor, sich zu ihren religiĂśsen Ăberzeugungen nicht zu äuĂern.
Suizide
Während die United States Army die Anzahl an Suiziden seit Jahrzehnten protokolliert, ist dies fßr Suizidversuche erst seit dem Jahr 2002 der Fall. Hierfßr zuständig ist eine Abteilung im Heereshauptquartier mit der Bezeichnung Army Behavioral Health. Laut Col. Elspet Ritchie, der ranghÜchsten Psychiaterin der Teilstreitkraft, sei die Anzahl an Selbstmordversuchen von knapp 350 im Jahr 2002 auf ungefähr 2.100 im Jahr 2007 gestiegen. Die meisten Suizide wßrden von Soldaten verßbt, die bisher noch nicht in ein Krisengebiet verschickt worden seien oder die ihre letzte Dienstrunde vor mehr als einem Jahr abgeschlossen hätten.cite-ref-104[104]cite-ref-105[105] Im April 2008 forderten die Streitkräfte ihre Offiziere auf, die Inanspruchnahme psychologischer Betreuung als mÜglicherweise vorbildlich fßr entsprechende Untergebene anzusehen.cite-ref-106[106]
FĂźr das Jahr 2008 vermeldete die US Army die hĂśchste jemals gemessene Suizidrate von 128. Mit 20,2 Suiziden pro 100.000 Soldaten liegt diese leicht Ăźber der Suizidrate von 20 fĂźr die gesamten USA.cite-ref-107[107]
In den ersten Monaten des Jahres 2012 nahm die Suizidrate wieder erheblich zu. Im Durchschnitt tĂśtete sich pro Tag ein Soldat â damit starben mehr amerikanische Soldaten durch Suizid als bei Kämpfen in Afghanistan.cite-ref-108[108]
Medienwirkung
Die Reaktionen von AuĂenstehenden auf die US Army sind vielfältig und geben sehr oft deren Haltung zu den USA und ihren Streitkräften als Ganzes wieder. Diese kann von uneingeschränkter Bewunderung bis zu vollkommener Ablehnung reichen.
So erfuhren Soldaten in Garnisonen nach den Terroranschlägen des 11. September weltweit Sympathie. In der dem Irakkrieg vorhergehenden politischen Krise hingegen mussten US-amerikanische Standorte weltweit oft zusätzlich von den nationalen Streitkräften geschĂźtzt werden. Kritische Haltungen betreffen dabei selten einzelne Soldaten, sondern eher die Army als Institution und Instrument der US-AuĂenpolitik.
AuĂerhalb der USA Ăźberwiegt die Kritik an der Army. Dauerbrenner der Kritik sind die Verabreichung von Amphetaminen an diverse Einheiten,cite-ref-109[109] Kriegsverbrechen sowie Ausbildungs- und Rekrutierungsmethoden. Nachdem lange Zeit die Army Kriegsverbrechen als historisch und in heutiger Zeit als nicht existent ansah, bekam das Thema nach Berichten und angeblichen Vorfällen in Afghanistancite-ref-110[110] und dem Irak neuen Auftrieb.
Hinzu kommt in einigen Ländern mit starker militärischer Präsenz ein chronisch belastetes Verhältnis zur ansässigen ZivilbevĂślkerung, wie zum Beispiel in Japan oder in Italien, wo einzelne Vorfälle von Soldaten immer wieder fĂźr Aufruhr sorgen. Hier steht ein oftmals angespanntes Verhältnis mit der Ăśrtlichen BevĂślkerung in Wechselwirkung mit untadeligem Verhalten bis hin zu sexueller Belästigung oder Vergewaltigung. So lĂśste die Festnahme eines Angestellten der Army auf Okinawa im Oktober 2004 als mutmaĂlicher Täter einer Vergewaltigung eine Demonstration von knapp 30.000 Anwohnern aus. Das Verhältnis war durch den Absturz eines Hubschraubers auf einem Universitätsgelände erneut belastet worden.cite-ref-111[111]
Die Army selbst versucht, sich in der Ăffentlichkeit von den anderen Teilstreitkräften der USA abzuheben. Auch wenn sie einen guten Ruf genieĂt, muss sie sich gegen den herausragenden Ruf der Marines, die eine Sonderstellung genieĂen, und gegen weit verbreitete Missverständnisse und Vorurteile, wie zum Beispiel sie sei ein Sammelbecken der Unterschicht und gebe Kanonenfutter her, behaupten.
Film
Die Einsätze, Waffengattungen und die Geschichte der US Army bieten vielfältige MÜglichkeiten zur medialen Verarbeitung. Es vergeht daher kaum ein Jahr, in dem die Army nicht in einem Film dargestellt wird. Da die Mehrheit der Regisseure in Hollywood auf ihre Hilfe zum Beispiel bei der Beschaffung von militärischem Gerät und Einsatz von fachkundigen Komparsen fßr Filmprojekte angewiesen ist, stellt die Mehrheit aller US-amerikanischen Produktionen die Army positiv dar. Im Gegensatz dazu brauchte zum Beispiel Oliver Stone zehn Jahre, um die Finanzierung seines zum Vietnamkrieg kritisch eingestellten Platoon zu sichern. Die Beeinflussung von Filminhalten durch das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten und Vorwßrfe der Geschichtsklitterung an die Army haben eine lange Tradition. Die PR-Leiterin des Pentagon-Bßros in Los Angeles beispielsweise bestätigte in einer Fernsehdokumentation der ARD, den Regisseur von Black Hawk Down, Ridley Scott, zur Auslassung einer Szene verpflichtet zu haben, die den tatsächlichen Beginn der Schlacht von Mogadischu darstellen sollte. Hierbei hatten sich 1993 zwei Spezialeinheiten zunächst gegenseitig beschossen, da sie kurzzeitig die Orientierung verloren hatten. Die Sprecherin gab gegenßber dem Fernsehteam an, dass diese Szene den Eindruck vermittelt hätte, dass die Spezialeinheiten zerstritten gewesen seien, was nicht den Tatsachen entsprochen habe.cite-ref-112[112] Ridley Scott selbst erklärte, dass das Herausschneiden der Szene aus kßnstlerischen Beweggrßnden heraus geschehen sei. Demgegenßber kritisierten US-amerikanische Journalisten vor allem die politischen und historischen Prämissen des Films oder deren mangelnde Wßrdigung.cite-ref-113[113]cite-ref-114[114]
Fernsehen
Besonders durch die aktuellen Konflikte sind die US-Streitkräfte täglich im Fernsehen präsent. Während die Army selbst dort durch Werbung und Dokumentationen Ăźberproportional vertreten ist, werden bei den wichtigsten Sendern zur Hauptsendezeit oft besonders kritische Sendungen ausgestrahlt. Diese haben in der Vergangenheit â wie auch bloĂe Erwähnungen in den Nachrichten â des Ăfteren fĂźr Politskandale gesorgt.
Computerspiele
Die United States Army ist in vielfältiger Weise auf dem Computerspielemarkt aktiv. Dabei sind ihre EinflussmÜglichkeiten auf Spielinhalte aufgrund einer geringeren Standort- und Kapitalbindung des Computer- und Videospielemarktes wesentlich geringer als beim Film, dessen technisch und finanziell anspruchsvollsten Produktionsfirmen auf Hollywood konzentriert sind.
Mittlerweile unterhält die US Army eine Abteilung, die Entwicklerstudios nicht nur auf Anfrage berät, sondern sich auch selbst bei vielversprechenden Neuentwicklungen einbringt. Sie bezahlt sowohl aktive Soldaten als auch Veteranen, die die Entwicklung des Spiels begleiten. Bei aufwendigen Produktionen, die bereits im Vorfeld eine besonders groĂe Aufmerksamkeit genieĂen, stellt sie, ähnlich den Filmproduktionen, auch weiteres Material zur VerfĂźgung.
Ab 2002 trat die Army selbst als Akteur bei Computerspielen in Erscheinung, als sie das Spiel Americaâs Army zu Rekrutierungszwecken verĂśffentlichte. Ebenso schloss sie mit Bohemia Interactive Studios, dem Entwickler des Ăberraschungserfolgs Operation Flashpoint aus dem Jahr 2001, einen Vertrag ab, der die Entwicklung einer speziell militärischen Variante vorsah, die den Namen Virtual Battlefield Systems erhielt.
Computerspiele, an denen die US Army zu einem nicht unerheblichen Teil beratend mitgewirkt hat, sind beispielsweise Full Spectrum Warrior, Brothers in Arms, Project IGI, Medal of Honor, Men of Valor, Americaâs Army, Wargame, Delta Force, Call-of-Duty- oder Battlefield-Spieleserie.
Internet
Die weitaus hĂśchste Priorität unter den Medien hat das Internet. Hier präsentiert sich die Army in Hunderten von Websites fĂźr fast alle StĂźtzpunkte, Waffengattungen, Einrichtungen, Institutionen und ähnlichem in aufwendig gestalteten Websites. Ein groĂer Teil der Rekrutengewinnung und der allgemeinen Pflege des Ansehens findet Ăźber das Internet statt. Die US Army kann wie alle anderen Teilstreitkräfte die vom Verteidigungsministerium exklusiv genutzte Top-Level-Domain .mil verwenden.
Viele andere Netzbetreiber, die auf ihren Webseiten einen ßberwiegend militärischen Inhalt vorweisen, unterstßtzt die US Army mit Meldungen, Experten sowie geschultem Werbepersonal aus den eigenen Reihen. Hierßber finden Jugendliche oft EinstellungsmÜglichkeiten.cite-ref-116[116]
Auch die ausgeprägte US-amerikanische Zeitungskultur bedient die US Army: Fast jeder Standort weist eine Mitarbeiterzeitung (meist auch externer Ausrichtung) sowohl online als auch offline auf. Regionale und kommunale Zeitungen werden in der Hoffnung auf den werbenden Effekt ebenfalls unterstßtzt.
Traditionen
Die US Army sieht sich selbst als Erbe der kolonialen und antibritischen Milizen und erst durch die jĂźngere Entwicklung als Berufsheer.cite-ref-117[117] Ein nicht geringer Teil ihres Budgets flieĂt an ihre eigenen historischen und sozialen Institutionen. Mit hohem Aufwand werden beispielsweise die SoldatenfriedhĂśfe gepflegt, die in der Regel ein Monument in Form eines Säulengangs mit Namen von Vermissten und oft ein Museum oder zumindest eine Ausstellung Ăźber die Kampfhandlungen umfassen. Betreut und gepflegt werden die Anlagen häufig von Pensionären des US-Militärs. Auf deutschem Boden liegt kein US-Soldatenfriedhof; Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg in Deutschland ihr Leben verloren, sind in den Niederlanden (Margraten), Belgien (Henri-Chapelle und Neuville), Luxemburg (Hamm) oder Frankreich (Lothringen) beigesetzt worden. In der heutigen Zeit werden alle auf fremdem Boden in Kampfhandlungen gefallenen Soldaten in die USA ĂźberfĂźhrt.
Viele Einheiten haben ein eigenes Museum, fĂźr das oft sogar fest angestelltes Personal von der Einheit bezahlt wird. Ein solches Museum eines MP-Bataillons gab es bis zum Truppenabzug 1995 in Frankfurt am Main in der Drake-Kaserne im heutigen Stadtteil Frankfurter Berg und im Schwabacher Stadtmuseum, das die Geschichte der US Army in der Stadt von 1945 bis 1992 thematisierte.
Militärischer GruĂ
Wie in jeder anderen Armee grĂźĂt in der US Army grundsätzlich der Rangniedere zuerst, und zwar mit einer entsprechenden GruĂformel. Dabei darf der GrĂźĂende nicht laufen oder Dinge im Mund oder in der GruĂhand halten. Offiziere grĂźĂen einander nur zu feierlichen Anlässen. Im Gegensatz zu den anderen Teilstreitkräften der USA ist es unerheblich, ob mit oder ohne SchirmmĂźtze gegrĂźĂt wird.
Eine Ausnahme bildet die militärische Tradition, nach der Träger der Medal of Honor von allen Soldaten der Streitkräfte â unabhängig von Rang und Dienstgrad â zuerst gegrĂźĂt werden.
Vor allem im Gefecht wird grundsätzlich nicht durch Handheben gegrĂźĂt, um militärisches FĂźhrungspersonal nicht lauernden ScharfschĂźtzen zu offenbaren. Dennoch bestehen manche Offiziere in allen Ăbungen darauf.
Vereidigung
âI, [Name des Anwärters], do solemnly swear [alternativ: affirm] that I will support and defend the Constitution of the United States against all enemies, foreign and domestic; that I will bear true faith and allegiance to the same; and that I will obey the orders of the President of the United States and the orders of the officers appointed over me, according to regulations and the Uniform Code of Military Justice. So help me God.â
Deutsche Ăbersetzung:
âIch, [Name der zu vereidigenden Person], schwĂśre feierlich [alternativ: versichere], dass ich die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika gegen alle Feinde schĂźtzen und verteidigen werde, ob fremd oder heimisch; dass ich zu derselben wahre Treue und Loyalität bewahren werde; und dass ich den Befehlen des Präsidenten der Vereinigten Staaten sowie der Ăźber mir berufenen Offiziere gemäà dem Uniform Code of Military Justice [Anm.: englische Bezeichnung fĂźr das US-amerikanische Wehrrecht] Folge leisten werde, so wahr mir Gott helfe.â
Die religiĂśse Beteuerung ist mangels Ausnahmebestimmung des Gesetzestextscite-ref-118[118] nicht freiwillig. Vereinzelte Rekruten und Juristen vertreten die Meinung, dass dies gegen den Ersten Verfassungszusatz zur Meinungsfreiheit verstoĂe. Bisher unterliegt es der Befehlsgewalt des Offiziers, ob er die Auslassung der religiĂśsen Beteuerung als rechtens betrachtet.cite-ref-119[119]
Hymne
Die offizielle Hymne der United States Army heiĂt The Army Goes Rolling Along, inoffiziell meist Army Song.cite-ref-120[120] Sie beruht auf einem Artilleristenmarsch, den Oberleutnant Edmund L. Gruber im Jahre 1908 komponierte.cite-ref-121[121] Nachdem die anderen Teilstreitkräfte im Jahre 1948 Ăźber eine offizielle Hymne verfĂźgten, schrieb die United States Army einen Wettbewerb aus, um sich ebenfalls eine solche zu geben. Nachdem keine der Zuschriften durchschlagende Popularität erreichen konnte, legte sie den ursprĂźnglich als Caisson Song (ungefähre Ăbersetzung: âProtzenmarschâ) komponierten Marsch als neue Hymne fest, wobei diese aufgrund des starken Artilleriebezugs in der ursprĂźnglichen Fassung einen neuen Text erhielt. Durch ihren offiziellen Charakter wird von jedem Soldaten erwartet, den Marsch zu entsprechenden Anlässen in stehender Haltung mitzusingen.
Werteorientierung
Wie alle anderen Teilstreitkräfte ist das Heer stark werteorientiert.cite-ref-122[122] Dies drĂźckt sich in zwei gängigen Kodizes aus, die im Januar 2004 offiziell Ăźbernommen wurden.cite-ref-123[123] Dies ist zum einen der Soldierâs Creed (âSoldatenschwurâ), zum anderen die Army Values (âzentrale Wertvorstellungen des Heeresâ). Den Kern des Soldierâs Creed bildet der Warrior Ethos (sinngemäĂ: âKriegerkodexâ). Alle drei bauen aufeinander auf und grĂźnden sich im Amtseid der Soldaten.
Soldatenschwur
Nach dem Vietnamkrieg brachte das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten einen inoffiziellen Soldatenschwur in Umlauf, der keinesfalls mit der tatsächlichen Vereidigung zu verwechseln ist. Anfang der 2000er Jahre lieĂ der damalige Stabschef Peter Schoomaker den Soldierâs Creed Ăźberarbeiten und verĂśffentlichte ihn offiziell. In der Populärkultur hat der anaphorisch gestaltete Soldatenschwur eine gewisse Verbreitung gefunden, beispielsweise ist er in mehreren Bildern des Spiels Americaâs Army zu sehen. Sein Wortlaut lautet folgendermaĂen, die vier kursiven Zeilen deuten eine ebenfalls geläufige Kurzfassung an:
Army Values
Die Anfangsbuchstaben der Army Values, aus denen sich ein Bezug zum Soldierâs Creed ableiten lässt (â[âŚ] and live the Army Values.â), ergeben den Begriff LDRSHIP, der an das englische Wort âleadershipâ (âFĂźhrungsstärkeâ) heranreicht. Jeder Soldat bekommt ein Portemonnaiekärtchen, auf dem der Kriegerkodex festgehalten ist. Zusätzlich werden die Army Values auf die RĂźckseite aller Erkennungsmarken der Teilstreitkraft eingraviert.cite-ref-124[124]
Flagge
Die Elemente der Flagge der United States Army sind auf einem weiĂen Hintergrund platziert. In der Mitte der Flagge befindet sich eine blaue AusfĂźhrung des offiziellen Siegels des War Office. Es zeigt verschiedene Waffen, Flaggen, eine FreiheitsmĂźtze und eine Klapperschlange, wie sie bereits auf der historischen Gadsden Flag erschien. Auf einem Spruchband bei der Schlange steht das Motto der Army âTHIS WE'LL DEFENDâ (âDies werden wir verteidigenâ). Unter ihm liegt ein stilisiertes, scharlachrotes Spruchband mit der weiĂen Inschrift âUNITED STATES ARMYâ. Wiederum in Blau gehalten steht das unterhalb der Rolle platzierte GrĂźndungsjahr der Army â1775â. Präsident Dwight D. Eisenhower fĂźhrte die Flagge offiziell am 12. Juni 1956 ein. Die Version fĂźr den Gebrauch in Räumen und bei Paraden ist mit goldenen Fransen an den Rändern geschmĂźckt und ist 4' 4" hoch und 5' 6" lang. Die Version fĂźr den AuĂer-Haus-Gebrauch hat keine Fransen und das typische US-amerikanische Flaggenseitenverhältnis von 10:19. Die Flagge wird nur zusammen mit der Nationalflagge der Vereinigten Staaten gezeigt.cite-ref-125[125]
Wie viele andere Streitkräfte in der Welt händigt das Heer der Vereinigten Staaten Fahnenbänder an diejenigen Verbände aus, die an einem ihrer FeldzĂźge oder Schlachten von herausragender Bedeutung teilgenommen haben. Die Farbe eines Fahnenbandes richtet sich nach der Farbe der in diesem Feldzug vergebenen Schleife. Fahnenbänder traten zum ersten Mal während des Sezessionskrieges in Erscheinung und wurden auch rĂźckwirkend vergeben. Ab 1890 änderte sich die Praxis zu durchgehend silbernen Fahnenbändern, in denen der Name des Ereignisses eingraviert wurde. Im Jahre 1921 fĂźhrte die Army wieder farbige Fahnenbänder ein, die allerdings grĂśĂer waren als ihre Vorgänger und deren Gestaltung bis heute beibehalten worden ist. Sie sind vier FuĂ lang und 2,75 Zoll breit (umgerechnet 121,92 cm Ă 5,08 cm). Neben den Flaggen, die von einzelnen Verbänden bestĂźckt werden, verfĂźgt das Heer Ăźber eine repräsentative Flagge, die mit allen 175 verfĂźgbaren Fahnenbändern behängt worden ist. Diese Tradition geht auf das Jahr 1964 zurĂźck. Die Erstellung eines Fahnenbandes hängt mit der historischen Aufarbeitung einer Schlacht oder eines Feldzuges zusammen, da nicht jedes militärische Engagement mit einem Fahnenband gewĂźrdigt wird.cite-ref-126[126] Bei einer BeschmĂźckung mit Fahnenbändern wird eine veredelte AusfĂźhrung der Army Flag mit Goldfransen verwendet.
Literatur
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⢠Harold Nelson: The Army. Universe, 2001, ISBN 0-88363-101-6 (englisch).
⢠Thomas E. Ricks: The Generals. Penguin Press, New York 2012, ISBN 978-1-59420-404-3.
Weblinks
Commons
: United States Army
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠Offizielle Internetpräsenz der United States Army (englisch)
⢠Field Manual 1, das grundsätzliche Handbuch des Heeres zu Geschichte, Auftrag und Gefechtsfßhrung (englisch)
⢠Kurze Chronologie der United States Army (englisch)
⢠Verluste der US-Streitkräfte nach Verlustursache und Teilstreitkraft (englisch)
⢠Traditionen und Symbole der US Army (englisch)
⢠Vollständige Ausrßstungsbeschreibung der Army (englisch)
⢠Darstellung der Ausrßstung auf about.com (englisch)
⢠Umfangreiche Darstellung der aktiven Divisionen (Memento vom 23. Juni 2009 im Internet Archive)
⢠Nachrichtenportal des Heeres zur AuĂendarstellung, Nachrichtenportal fĂźr Offiziere und Unteroffiziere (englisch)
⢠Army-Handbßcher zur Ansicht und zum Download auf GlobalSecurity.org (englisch)
Einzelnachweise
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cite-note-122122. â âThe Army is a values-based organization. It upholds principles that are grounded in the Constitution and inspire guiding values and standards for its members. These principles are best expressed by the Army Values, Soldierâs Creed, and Warrior Ethos. (See figure 1-1, page iv, and figure 1-2, page 16.) Derived from the obligations of the oaths of office, they express the professional competence required of Soldiers and affirm long-standing values within the Army's culture.â, in: Field Manual 1, Abschnitt 1-60, abgerufen am 6. April 2008.
cite-note-123123. â âThe Soldierâs Creed and Warrior Ethos were adopted by the Army in January 2004.â 2008 Army Posture Statement. abgerufen am 6. April 2008.
cite-note-124124. â âSoldiers wear a copy of The Army Values on their dog tags and carry a card with the values on it in their wallet.â Keslar, Dan: Principles of LDRSHIP: Army Values â Biblical Basis (Memento vom 22. September 2006 im Internet Archive), 2005, S. 1 (englisch), PDF.
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